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Über 1000 Besucher bei Weserbeleuchtung Lippoldsberg

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Familie Tepperwien hatte sich einen schönen Platz direkt am Ufer ausgesucht, von wo aus die Familie die Wasserspiele gut beobachten konnte.
Besondere Optik: Familie Tepperwien hatte sich einen schönen Platz direkt am Ufer ausgesucht, von wo aus die Familie die Wasserspiele gut beobachten konnte. © Tanja Temme

Veränderungen gab es bei der traditionellen Weserbeleuchtung in Lippoldsberg: Das Feuerwerk wurde durch eine flotte Lasershow ersetzt.

Lippoldsberg. Umweltverschmutzung und Klimawandel sorgen auch bei den Flussbeleuchtungen für einen Wandel: Schon seit Jahren verzichtet man bei der Weserbeleuchtung in Lippoldsberg auf Kerzen, die den Fluss entlang schwimmen. Am Samstag kam es bei der beliebten Veranstaltung am Fähranleger zu einer weiteren Änderung - es gab als Höhepunkt kein Feuerwerk, sondern eine Lasershow.

Seit drei Jahren schnellten die Wasserfontänen endlich wieder in die Höhe. „2019 mussten wir die Veranstaltung wegen massiver Regenfälle ausfallen lassen“, berichtetet Andreas Jenne, Vorsitzender des ausrichtenden Feuerwehrvereins. Diesmal war es wettermäßig gesehen genau umgekehrt: Die massive Trockenheit, der ausbleibende Regen sorgten dafür, dass die Gemeinde ein Feuerwerk wegen der zu großen Waldbrandgefahr verboten hatte. Deshalb mussten die Veranstalter kurzfristig umdisponieren, boten den mehr als 1000 Gästen als Highlight des Abends eine Lasershow anstatt des Feuerwerks.

Doch bevor bunte, geometrische Formen das gegenüberliegende Flussufer per Laserlicht illuminierten, ging es erstmal fast traditionell zur Sache, allerdings mit Musik aus der Konserve statt mit einer Kapelle, die durch die Reihen zog. Tatsächlich wollten die Veranstalter auch diesmal gerne wieder handgemachte Musik bieten, schafften es aber aus Termingründen nicht mehr: „Wir haben uns erst im April dazu entschieden die Weserbeleuchtung auszurichten“, erklärte Jenne. Entweder seien die in Frage kommenden Formationen schon ausgebucht gewesen oder coronabedingt nicht spielfähig.

Siegfried Siemon (links) bot Kutschfahrten für die Gäste an, die gerne angenommen wurden.
Siegfried Siemon (links) bot Kutschfahrten für die Gäste an, die gerne angenommen wurden. © Tanja Temme

Deshalb gab es Schlager, Ballermannhits und Popmusik von DJ Knobs während die Besucher zum Plaudern zwischen Bierpilz und Würstchenstand, Zuckerbude und Weinausschank zusammenkamen oder es sich in Ufernähe auf dem Bänken oder Decken gemütlich machten.

Als gegen 22 Uhr die Wasserspiele voll in Gang waren, war die Stimmung kaum zu toppen: „Ich könnte stundenlang hier sitzen und zusehen“, bemerkte Anja Krell, die nicht nur von der besonderen Optik, sondern insgesamt von dem Event am Fluss angetan war, auch die angebotenen Kutschfahrten lobte.

Wie der Feuerwehrverein inzwischen nachgewiesen hat, waren die Lippoldsberger einst die Ersten im Wesertal, die eine Weserbeleuchtung veranstaltet hatten. „1958 ging es damals los“, weiß Vereinsmitglied Jürgen Pape. Aus einem alten Kartoffeldampfer, Lkw-Felgen oder Heizungsdruckbehältern entstanden nach und nach die Wasserspiele, von denen die Wehr inzwischen über neun verfügt. „Ich bin froh, dass ich nicht mehr in einer Regenjacke mit Schirm unter die Fontänen klettern muss, um die Farbscheiben zu wechseln“, bemerkte Pape. Heute würde das alles per Knopfdruck geschehen.

So auch die Lasershow, für die man tief in die Tasche gegriffen hatte, koste sie doch so viel wie ein Feuerwerk, bemerkte Jenne. Zum Rhythmus der Musik wurden auf eine Wasserwand abstrakte Muster projiziert, die sich in Sekundenschnelle veränderten. Kontrastreich wurde diese Darbietung eingeleitet– Wiebke Pape spielte kurz zuvor auf der Trompete das Weserlied, so wie es schon seit 60 Jahren Brauch ist. (Tanja Temme)

Tradition: Wiebke Pape spielte am späten Abend auf der Trompete das Weserlied.
Tradition: Wiebke Pape spielte am späten Abend auf der Trompete das Weserlied. © Tanja Temme

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