Ullrich Meßmer macht als Gewerkschafter weiter

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Die Niederlage zeichnet sich ab: Ulli Meßmer am Sonntagabend im Ekom 21.

Hofgeismar. Er hat einen anstrengenden Wahlkampf gehabt und die Stimmung war gut. Aber dennoch hat es für Ullrich Meßmer nicht gereicht.

Etwas mehr als 200 Stimmen haben dem Sozialdemokraten gefehlt, um seinen Herausforderer von der CDU, Thomas Viesehon, nach 2009 auch diesmal zu bezwingen.

Das ist bitter für Meßmer, aber auch für die SPD. Denn schließlich war dieser Wahlkreis traditionell ein roter. Mit Viesehons Direktwahl wurde er nun erstmals schwarz.

Ullrich Meßmer ist am Morgen nach der schmerzlichen Schlappe gefasst. Er hat sich und erst recht „den vielen Genossinnen und Genossen, die mit mir Wahlkampf gemacht haben, nichts vorzuwerfen“. Diese Niederlage habe „definitiv nichts mit den Leuten vor Ort zu tun. Im Gegenteil: „Alle haben ganz toll gekämpft.“ Aber gegen so „einen dicken CDU-Trend auf Bundesebene“ sei diesmal kein Ankommen gewesen.

Seine Niederlage, so analysiert Meßmer, habe natürlich etwas mit dem Niedergang der FDP zu tun. Denn viele von denen, die 2009 noch Björn Sänger - damals wie gestern Direktkandidat der FDP - gewählt hätten, seien nun zu Viesehon gewechselt.

Nach dem Ausscheiden aus der großen Politik will sich Meßmer nun wieder der gewerkschaftlichen Arbeit widmen. Der 59-Jährige geht zurück zur IG Metall. Nicht mehr als Erster Bevollmächtigter für Nordhessen, der er vor seiner Wahl in den Bundestag noch war, sondern als Gewerkschaftssekretär. Auch an diesem Platz werde er weiter für seine Themen und für Arbeitnehmerrechte kämpfen.

Und wie geht es nun in Berlin weiter? Es sei fahrlässig, in dieser Situation eine Empfehlung abzugeben. Denn erst müsse das Wahlergebnis sorgfältig analysiert und diskutiert werden, sagt Meßmer. Eine erste Klärung solle der Parteikonvent am Freitag bringen. Vor allem aber müsse sich die neue SPD-Bundestagsfraktion finden, schließlich sei die nun um 50 Köpfe größer.

Natürlich ist es für den Caldener schade, dass er nicht mehr dabei ist. Der Mandatsverlust schmerzt, aber Ullrich Meßmer weiß damit umzugehen. Am Wochenende ist er schon wieder in Berlin. Nicht zum Politikmachen, sondern zum Laufen. Berlin-Marathon ist angesagt. Meßmer startet. Sicher auch, um sich den Frust ein wenig von der Seele zu laufen.

Von Gerd Henke

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