Firmeninhaber war zum Zeitpunkt des Unfalls in der Halle

Umgestürzter Kran: Unfallstelle geräumt, Ursache weiter ungeklärt

Hilfe aus den eigenen Reihen: Ein zweiter Kran der Firma richtete den verunglückten Autokran wieder auf. Gestern sollte er zerlegt und abtransportiert werden.

Hofgeismar. Die Unfallstelle bei der Firma Hanf und Erdmann in Hofgeismar ist geräumt. Ein Autokran hat am Wochenende eine 24-Tonnen-CNC-Maschine vom Tieflader gehoben, so dass sie am Montag in der Werkhalle aufgestellt werden kann.

Verhindert wurde das bisher, weil der Kran, der die Maschine ursprünglich abladen sollte, bei diesem Versuch (wie berichtet) am Donnerstag gegen 12 Uhr umgekippt war. Bergung und Reparatur dauerten länger als zunächst geplant. 

Der 60 Meter hohe Kran, der noch nicht einmal 20 Meter hoch ausgefahren war, stürzte beim Versuch, die metallene Transporthülle der Maschine anzuheben und abzusetzen, auf eine Fabrikhalle. Der Anbau mit Materiallager wurde komplett zertrümmert, der größere Teil der Halle, in der bisher die Rohmetalle für die Produktion zersägt wurden, wurde teilweise eingebeult und dabei soweit aus dem Lot gebracht, dass Einsturzgefahr besteht. Gestern durfte sie noch nicht betreten werden.

Als der Kran umkippte, stand Bernd Hanf, der Bruder des Firmeninhabers Frank Hanf, in der Halle und arbeitete an einer Säge und Andreas Erdmann draußen nur wenige Meter neben dem Kran. Als dieser zu kippen begann, bekam Erdmann einen Riesenschrecken und dachte, während sich der Teleskoparm in seine Richtung senkte, nur noch: „Was wird das denn?“. Zeit zum Handeln blieb ohnehin nicht. Mit Riesengetöse war der Kranausleger dann in das Materiallager ein- und auf dem Boden aufgeschlagen. Erdmann überstand den Vorfall ohne Blessuren und dachte nur an seinen Kollegen, der in der Halle stand. Er lief hinüber und zog ihn gemeinsam mit drei anderen Personen durch ein Fenster ins Freie, zum Glück ebenfalls unverletzt.

Hingeschlagen: Der 60-Meter-Autokran, der nur zum Teil ausgefahren war, stürzte bei Ladearbeiten auf ein Leichtbau-Fabrikgebäude und zertrümmerte ein Materiallager vollständig und beschädigte die Sägehalle der Metallfirma in Hofgeismar so sehr, dass sie abgerissen werden muss. Die Stützen des Krans sind hier weiter als sonst nach rechts ausgefahren und dafür links gar nicht. Fotos: Thiele

Nachdem Feuerwehr und Rettungskräfte am Donnerstagmittag wieder abgerückt waren, kümmerten sich die Kranfirma aus Warburg und ein Mitarbeiter des Kranherstellers um die Bergung.

Zunächst erwog man, den Kranausleger an Ort und Stelle zu zerlegen. Als ein Schritt dahin wurde zunächst erwogen, den Kranarm komplett abzusenken und damit das Fahrzeug in Grundstellung zurücksinken zu lassen, doch das klappte nicht. Unterdessen waren ein zweiter Kran der Firma sowie ein Lkw mit Gegengewichten und Montagematerial und noch ein Beleuchtungswagen dazugekommen.

Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar 

Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar
Autokran kippt auf Fabrikhalle in Hofgeismar © Thiele
Hofgeismar 50-Meter-Autokran stürzt bei Ladearbeiten um und zertrümmert die Sägehalle einer Metallfirma in Hofgeismar. Verletzt wird niemand. Bilder von der Aufrichtung durch einen zweiten Kran. Der Teleskopausleger muss zerlegt werden. Foto: Thiele
 © Thiele
Hofgeismar 50-Meter-Autokran stürzt bei Ladearbeiten um und zertrümmert die Sägehalle einer Metallfirma in Hofgeismar. Verletzt wird niemand. Bilder von der Aufrichtung durch einen zweiten Kran. Der Teleskopausleger muss zerlegt werden. Foto: Thiele
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Hofgeismar 50-Meter-Autokran stürzt bei Ladearbeiten um und zertrümmert die Sägehalle einer Metallfirma in Hofgeismar. Verletzt wird niemand. Bilder von der Aufrichtung durch einen zweiten Kran. Der Teleskopausleger muss zerlegt werden. Foto: Thiele
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Hofgeismar 50-Meter-Autokran stürzt bei Ladearbeiten um und zertrümmert die Sägehalle einer Metallfirma in Hofgeismar. Verletzt wird niemand. Bilder von der Aufrichtung durch einen zweiten Kran. Der Teleskopausleger muss zerlegt werden. Foto: Thiele
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Hofgeismar 50-Meter-Autokran stürzt bei Ladearbeiten um und zertrümmert die Sägehalle einer Metallfirma in Hofgeismar. Verletzt wird niemand. Bilder von der Aufrichtung durch einen zweiten Kran. Der Teleskopausleger muss zerlegt werden. Foto: Thiele
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Hofgeismar 50-Meter-Autokran stürzt bei Ladearbeiten um und zertrümmert die Sägehalle einer Metallfirma in Hofgeismar. Verletzt wird niemand. Bilder von der Aufrichtung durch einen zweiten Kran. Der Teleskopausleger muss zerlegt werden. Foto: Thiele
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Hofgeismar 50-Meter-Autokran stürzt bei Ladearbeiten um und zertrümmert die Sägehalle einer Metallfirma in Hofgeismar. Verletzt wird niemand. Bilder von der Aufrichtung durch einen zweiten Kran. Der Teleskopausleger muss zerlegt werden. Foto: Thiele
 © Thiele

Spätabends hob dann der zweite Kran den funktionslosen Teleskopausleger an und richtete damit den Lkw wieder auf. Mit Hilfe des Krans wurde der Ausleger dann in Längsrichtung des Lkw geschwenkt, um dieser stabiler stand. Dann konnte der Lkw gestartet werden und mit den Restfunktionen und der teilweise reparierten Hydraulik das Gesamtsystem stabilisiert werden, berichtet Andreas Erdmann.

Am Freitagvormittag machten sich Experten daran, den Teleskopausleger zu zerlegen. Beim Aufschlagen auf den Boden hatte er in der Mitte zwei kleine Knicke bekommen. Dadurch ließ sich die Arretierung nicht mehr aufheben und der Kranausleger nicht mehr zusammenschieben. Er wird auf einem Tieflader zum Firmensitz gebracht, wo er dann gegen ein anderes Teil ausgetauscht wird. Der Kran Lkw soll ebenfalls dorthin abgeschleppt werden.

Mehrere Gutachter haben sich bereits den Kran und auch das Gebäude angesehen. An der Unfallstelle und in Kommentaren gab es unterschiedliche Aussagen, wie die Stützen des Kranes ausgefahren waren und was sich genau ereignete. Zur Unfallursache wollte ein Vertreter der Kranfirma am Freitag  nichts sagen: „Wir müssen ihn auseinandernehmen, vorher können wir nichts sagen. Alles andere wäre Spekulation.“ Für jeden zu sehen war allerdings, dass die Stützen des Krans nur auf einer Seite herausragten, nachdem dieser umgekippt war. 

Die Produktion der auf Zerspanungstechnik, Dreh- und Frästeile spezialisierten Metall-Firma Hanf und Erdmann ist gesichert, nachdem befreundete Unternehmen beim Zerschneiden der Werkstoffe helfen und vorerst nur noch vorgeteilte Ware eingekauft wird. Andreas Erdmann: „Da hatten wir Glück im Unglück.“

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