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Unterwegs mit Rentieren

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Einführung: Uwe Kunze (hinten mit Rentiergeweih) erzählte im Tierpark Sababurg über das Volk der Sami und ihr Leben mit den Rentieren.

Sababurg. Dichtes Schneegestöber und eine zentimeterdicke Schicht der weißen Pracht auf Wegen und Weiden boten am Samstag im Tierpark Sababurg die authentische Kulisse für einen Kurs zum Rentierführerschein.

Uwe Kunze, mit Ehefrau Monika sowohl in Vellmar, als auch in Schwedisch-Lappland zuhause, machte einführend mehr als 20 Teilnehmer mit der Lebensweise des Volks der Samen (Lappen) und ihrer Rentierherden bekannt.

Jung und Alt lauschten im Rentiergehege den Erzählungen über die letzten Ureinwohner von Tundra und Taiga, deren Lebensgrundlage das Rentier ist - vom Essen, über Werkzeug und Kleidung bis hin zum Schmuck.

„Ich liebe den Norden und verbringe fast jeden Urlaub dort. Eine Veranstaltung dieser Art ist deshalb schon fast ein Muss für mich„, stellte Bernd Müller, Verwaltungsangestellter aus Kassel fest.

„Das in Herden gehaltene Ren ist im Gegensatz zum Pferd nur ein halb domestiziertes Tier. Es macht immer nur das, was es will“, erklärte Kunze, bevor es an das Anschirren und Einspannen der großen, geweihtragenden Hirsche ging. Sie dienen den Sami nicht nur als Fleisch, Milch-, Fell- und Lederlieferanten, sondern auch als Zug- und Tragtiere.

„Das Ren gehört zu den Fluchttieren und reagiert entsprechend“, warnte Kunze, der in die Gemeinschaft eines Sami-Dorfes aufgenommen wurde und dort eine eigene Herde besitzt. Die Tiere dürften bei der Annährung nicht durch auffällige Bewegungen erschreckt werden. Die Ansprache sollte leise und in freundlichem Ton erfolgen.

Von Monika Kunze mit Renleckerlis (Flechten und Moose) ausgerüstet, näherten sich die zukünftigen Rentierführerschein-Besitzer vorsichtig einer für die Ausfahrt ausgewählten Rentierkuh und ihrem Kalb. Letzteres wurde als erstes angeschirrt und vor einen Schlitten gespannt, der den Kindern vorbehalten war. Mit einem Signalruf, der für die Tiere den Aufbruch bedeutet, startete die Gruppe zum Rundweg durch den tief verschneiten Tierpark.

Im Anschluss an die Ausfahrt, die jedem Teilnehmer Gelegenheit zum Rentierführen gab, warteten im Gehege Lagerfeuer und heiße Getränke auf die frisch gebackenen Tierführer - wahlweise draußen oder im Lappenzelt. Mit einer Geschichte aus dem Kulturkreis des hohen Nordens schlos Kunze das traumhafte Wintervergnügen ab. (ziv)

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