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Caldener Riesenschnauzer-Hündin Uschi wurde zum DRK-Rettungshund ausgebildet

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Von: Bernd Schünemann

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Stolze Hundeführerin und Hund: Sabine Fieseler und Riesenschnauer Uschi, die die begehrte Rettungshundeplakette am Halsband trägt.  
Stolze Hundeführerin und Hund: Sabine Fieseler und Riesenschnauer Uschi, die die begehrte Rettungshundeplakette am Halsband trägt.   © Rettungshundestaffel Calden

Uschi ist Rettungshund und hat ihre ersten Einsätze hinter sich. Der Riesenschnauzer von Sabine Fieseler hat schon vor einiger Zeit die Rettungshundeprüfung bestanden.

Kelze – Fürs Foto trägt die aufmerksame schwarze Hündin die offizielle Plakette. Die signalisiert, dass Uschi eine ausgebildete Rettungshündin ist. Beim Training, im Einsatz oder auch im Alltag bleibt die begehrte Plakette aber wohlverwahrt im Auto. Dreieinhalb Jahre hatte Sabine Fieseler gemeinsam mit ihrer Hündin auf dieses Ziel hingearbeitet.

Die Hundeführerinnen und -führer beim DRK und anderen Rettungsdiensten müssen nicht nur mit ihrem Hund umgehen können. Sie müssen in vielen Bereichen fit sein, sagt Sabine Fieseler. Die erfahrene Hundeführerin leitet auch die Caldener Hundestaffel.

Einsatzszenarien in der Prüfung

Der Hundeführer muss sich anhand einer Karte im Gelände orientieren können. Für die Rettungshundeprüfung ist die Fläche, die das Tier absuchen muss, auf 30 000 Quadratmeter begrenzt. Im Einsatz sind die Suchgebiete gegebenenfalls deutlich größer. Wie lange ein Hund suchen kann, entscheidet der Hundeführer. Das ist von mehreren Faktoren abhängig, beispielsweise von der Temperatur, aber auch von der Fitness des Hundes.

Der Einsatz muss in der Prüfung und im Ernstfall so geplant werden, dass er kräfteschonend für den Hund erfolgt. Die Hundeführer müssen mit Feuerwehr und Notarzt zusammenarbeiten können. Dafür sind unter anderem Kenntnisse im Funkverkehr notwendig.

Die Hundeführer müssen die Rettungskräfte informieren. So müssen gegebenenfalls Rettungssanitäter und Feuerwehr zu einer vermissten Person geleitet werden. In der Prüfung fand die Vermisstensuche am Ofenberg bei Wolfhagen statt. Natürlich gehören Kenntnisse in Erster Hilfe dazu, damit die gefundenen Personen in der Situation fachgerecht versorgt werden können. Die weitere medizinische Versorgung erfolgt im Krankenwagen, der üblicherweise bereitsteht.

Uschi ist bereits der vierte Riesenschnauzer

Seit 20 Jahren arbeitet Sabine Fieseler, die auch Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Hofgeismar ist, mit Rettungshunden. Uschi ist der vierte Riesenschnauzer, den sie ausbildet. Trotzdem werde man noch vor der Prüfung nervös, sagt sie. Und das überträgt sich auf das Tier. Im zweiten Anlauf hatte alles geklappt und Uschi die Prüfung bestanden.

Nachdem die Hündin die Plakette bekommen hatte, wurde sie schon für mehrere Einsätze angefordert. Sie half, einen Senior an der Weser zu suchen und war in Altenbauna sowie in Söhrewald unterwegs. Bei diesen Einsätzen werden jeweils mehrere Hundestaffeln alarmiert, erklärt Fieseler.

Gemeinsam mit Uschi hat der Golden Retriever Joshi von Max Fischer die Rettungshundeprüfung bestanden, berichtet Staffelleiterin Fieseler. Pudeldame Lola von Barbara Funk absolviert an diesem Wochenende den Rettungshunde-Eignungstest. Wenn der bestanden wird, kann die Ausbildung zum Rettungshund beginnen. Fünf weitere Hunde aus der Staffel sind derzeit in der Ausbildung. Die begehrte Plakette ist nur zwei Jahre „gültig“: Dann müssen die Tiere erneut die Prüfung ablegen, um ihre Einsatzfähigkeit zu bestätigen. (Bernd Schünemann)

In diesen Punkten werden Hund und Hundeführer geprüft:

Anzeigen: Der Hund muss auf einem Platz einen „Vermissten“ finden und beispielsweise durch Bellen den Hundeführer aufmerksam machen (verweisen).

Gehorsamsprüfung: Der Hund muss den Anweisungen des Hundeführers gehorchen (Bei Fuß, Sitz, Steh). Der Hund muss auch gehorchen, wenn andere Hunde oder Menschen in der Nähe sind.

Wald: Der angehende Rettungshund muss in einem 30 000 Quadratmeter großen Gelände einen Vermissten finden. Dabei darf er sich nicht durch Spaziergänger ablenken lassen.

Fällt ein Hund in einem Teil durch, ist die Prüfung nicht bestanden. Frühestens nach acht Wochen kann sie wiederholt werden. (ber)

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