Viel Arbeit vor dem Anstoßen 

Männer aus der Region Uslar brauen jetzt ihr eigenes Bier

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Haben Freude am selbst gebrauten Bier: Peter Holzborn (von links) an der Zapfanlage mit Stephan Tietze, Braumeister Volker Heimann, Erhard Herbold, Udo Ahlborn und Dirk Pfeilsticker stoßen beim Brautag an.

Dirk Pfeilsticker hat gemeinsam mit Freunden die Niedersächsisch-Hessischen Brau-Kooperation gegründet. Gemeinsam brauen sie ihr eigenes Bier. 

  • Sieben Freunde brauen jetzt ihr eigenes Bier in Schönhagen in Uslar.
  • Sie haben die Niedersächsisch-Hässische Brau-Kooperation gegründet.
  • Bei der Biersorte kommt es aufs Maischen an. 

Die Freude am Biertrinken vereint die sieben Mitglieder der Niedersächsisch-Hessischen Brau-Kooperation mit Sitz in Schönhagen. Dort haben sich die Männer um den Diplom-Braumeister Volker Heimann, der gelernter Brauer- und Mälzer ist, dem Bierbrauen verschrieben.

Niedersächsisch“ tragen die Brauer im Namenszug, weil sechs von ihnen aus Schönhagen kommen. Das „Hessisch“ ist dem Siebten im Bunde, Dirk Pfeilsticker, zu verdanken. Er stammt aus Vernawahlshausen. Sie haben Spaß am Bierbrauen und kreieren Biere ganz nach ihrem Geschmack.

Infrastruktur steht bereits

Dafür haben sie sich auch schon die nötige Infrastruktur beschafft. So wurde ein alter Waschkessel mit einer Gasbefeuerung so umgebaut, dass darin die Maische gekocht werden kann. 

Edelstahl- und Kunststoffbehälter wurden so aufgestellt und mit Schläuchen verbunden, dass ein Arbeitsablauf bei der Bierproduktion gewährleistet ist. 

Und ein umfunktionierter größerer Kühlschrank dient als Gärbehälter, bis das Bier seine gewünschte Reife hat und in ebenfalls angeschaffte Fässer oder auch spezielle Bierflaschen abgefüllt werden kann.

Die bei Nürnberg besorgte Malzmischung wird laut dem an der Wand angebrachten Ablaufplan geschrotet, dann wird Wasser mit der so entstandenen Maische vermengt.

Maischen ist ausschlaggebend für die Biersorte

Beim Maischen werden Malzinhaltsstoffe in Wasser durch enzymatische, physikalische und chemische Vorgänge gelöst. Dieser Vorgang bei 52 bis 72 Grad Celsius dauert gut zwei Stunden.

Dabei entsteht unter anderem Zucker in der „Würze“. Das Maischen ist mit ausschlaggebend für die gewünschte Biersorte. Die durch das Läutern übrig gebliebenen Filterreste heißen Treber und werden etwa zum Brotbacken oder als Viehfutter verwendet, heißt es von den Hobby-Bierbrauern im Ahledorf. 

Beim Würzekochen in einem zur Sudpfanne umfunktionierten größeren Stahlkochtopf wird die Stammwürze ermittelt. Je nach Biersorte ist das ein unterschiedlich langer Kochprozess. Nach dem Ausschleudern der Schwebteilchen im selbst gebauten Whirlpool gelangt die so ausgeschlagene Flüssigkeit über Schläuche in eine Schnellkühlung auf etwa 5 Grad Celsius.

Das Bier muss vier Wochen reifen

„Das war dann eigentlich schon alles“, fasst Braumeister Heimann das Ergebnis des ersten Brautages zusammen. Nach der Hefezugabe gärt das angehende Bier dann für gut 14 Tage bei Temperaturen zwischen acht und elf Grad Celsius in dem umgebauten Kühlschrank. Danach soll es dann bei einem zweiten Brautag unter anderem in Bierfässer abgefüllt werden.

Mindestens vier Wochen muss das Bier dann noch bei null bis fünf Grad weiter reifen, bevor es probiert und genossen werden kann. 

Die sieben Mitglieder der Brau-Kooperation profitieren alle vom Wissen des Diplom-Braumeisters und haben für die Bierherstellung auch ihre eigenen Erfahrungen und Talente mit eingebracht. 

Spaß am Entwickeln neuer Biersorten

Etwa bei der Herstellung und dem Umbau der Gerätschaften. Heimann nennt seine Mitstreiter gute Freunde, die in der Gemeinschaft Spaß am Entwickeln ihrer Biersorten haben.

Egal, ob es ein historisches Pils, ein dunkles Bier mit Röstgeschmack oder eine andere Geschmacks-Variante ist. Ihr meist in den kalten Wintermonaten gebrautes Bier trinken die Männer selbst. Verkauft wird es nicht, aber dennoch werde die Herstellung immer dem Zoll angezeigt.

Video: Bier brauen erklärt in 100 Sekunden

Eigenes Bier liegt im Trend

EigenesBier zu Brauen liegt im Trend. Das zeigen auch andere Bierbrauer aus Nordhessen. Aus dem Lohfeldener Ortsteil Vollmarshausen kommt beispielsweise das "Baddsche Gold"

Auch der Heimatverein aus Benterode braut ein eigenes "mildes, süffiges Lagerbier"

Der Getränke-Fachhändler Jörg Heinemann hat sein eigenes Bier beim Bierfest in Battenberg angeboten. Er lässt es allerdings in Bayern brauen. 

Einen gelerntenBrauer aus Eschwege hat es nach Grönland verschlagen. Er hat dort eine kleine Brauerei, wo er sein eigenes Bier braut. 

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