Störche kamen und flogen wieder davon – jetzt ist erneut ein Vogel ohne Partner da

Verwirrung auf dem Horst

Gast für einen Sommer: Nachdem ihr Partner im Frühling des vergangenen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war, blieb die Störchin in Vaake. Im Herbst zog sie in den Süden. Am 25. März kehrte sie für wenige Tage auf den Horst zurück. Archivfoto: Thiele

Vaake. Selten hat die Vaaker Storchensaison so verwirrend begonnen wie in diesem Jahr. Die Einwohner der Wesergemeinde haben in den vergangenen Wochen einige Störche kommen, aber auch wieder davonfliegen sehen. Seit wenigen Tagen hat es sich erneut ein Vogel auf dem Horst bequem gemacht, der scheinbar das erste Mal die Region besucht.

Doch der Reihe nach: Bereits am 25. März war der erste Storch auf dem Schornstein in Vaake aufgetaucht – früher als jemals zu. Nachforschungen der Reinhardshäger Storchenfreunde ergaben, dass es sich um die Partnerin des Vogels handelte, der im Frühjahr 2009 bei einem Verkehrsunfall gestorben war. Wie Hermann-Josef Rapp sagt, hatte das Weibchen damals anders als üblich zur Nahrungssuche den Horst verlassen müssen. Die vermutlich frisch geschlüpften Jungvögel waren so schutzlos Greifvögeln und Rabenvögeln ausgeliefert.

Die Naturfreunde in der Region hofften auf das Frühjahr 2010. Die Rückkehr des Weibchens habe ihnen Mut gemacht, sagt Rapp, der sich intensiv um den Storch gekümmert hatte und in den vergangenen Wochen immer wieder auf das Geschehen rund um den Horst angesprochen worden war. Doch am 2. April mussten die Reinhardshäger ihre Hoffnungen auf Bildung eines neuen Paares begraben: Der Storch war verschwunden. Eine Erklärung für diese Entwicklung hat Rapp nicht.

Das sah nicht nach Liebe aus

Am Ostersonntag freuten sich die Reinhardshäger erneut: Zwei Störche umkreisten den Horst. Einer landete, ließ aber den zweiten Vogel nicht auf den Horst. „Das sah nicht nach Storchenliebe aus“, sagt der Veckerhäger. Der abgewiesene Vogel zog daraufhin weiter. Der Storch auf dem Horst schien offensichtlich die Verhältnisse noch nicht zu kennen. Er nahm die Futterbrocken nicht an. Am späten Nachmittag hatte auch er Vaake wieder verlassen.

Die Stimmung in der Bevölkerung stürzte wieder ab. Die Besorgnis in den Fragen nach dem Schicksal des Vaaker Horstes nahm wieder zu. Am Mittwoch dieser Woche klingelte erneut das Telefon bei Rapp. Denn am Vormittag war das Nest wieder besetzt. Auch dieser Storch trägt wie seine Vorgänger keinen Ring. Über seine Identität gibt es also keine fundierten Informationen.

Die Storchenfreunde wiederholten ihr Erkennungsspiel. Das Ergebnis bestärkt die Vermutung, dass es sich in diesem Fall um einen Vogel handelt, der die Vaaker Verhältnisse nicht kennt. Deshalb, so der Veckerhäger, lasse sich auch über sein Geschlecht keine Aussage treffen. Jetzt hat der Neubürger gut zwei Wochen Zeit, um noch einen Partner aus der Schar der noch nach Norden ziehenden Störche auf seinen Horst zu locken. (ant)

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