Ute Hennig verkauft einen von ihr selbst handgeknüpften Gebetsteppich

HNA-Markt: Mit viel Liebe angefertigt

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Teetrinkerin: Kaum genutzt hat Ute Hennig das Teeservice mit echtem Platinmuster.

Wenn Ute Hennig von der Entstehungsgeschichte des Gebetsteppichs erzählt, fängt sie automatisch an zu lachen. Denn nicht jeder in ihrer Familie war damit einverstanden, dass sie einen Teppich knüpft.

„Mein Vater hat mindestens dreimal die Woche geflucht“, erinnert sie sich, „schließlich habe ich über Monate hinweg den Wohnzimmertisch in Beschlag genommen.“

Die Liebe war Auslöser

Auslöser für den Wunsch, einen Gebetsteppich zu knüpfen, war der damalige Freund der jungen Frau. Sie war Schülerin an der Luisenschule, er kam aus dem Libanon und studierte an der Ingenieursschule. Über die Carl-Duisberg-Gesellschaft lernten sie sich kennen. Bei einem Spaziergang erzählte der Student der 17-jährigen von seiner Heimat, den dortigen Gebräuchen und auch von seiner Religion. „Das war wie eine Initialzündung“, beschreibt Ute Hennig ihre damaligen Gefühle, „ich wusste sofort, dass ich ihm einen Gebetsteppich knüpfen wollte.“

Heute wohnt Ute Hennig in Trendelburg, doch damals lebte sie mit ihrer Familie in Kassel. Es gelang ihr, ihre Mutter zum Kauf eines Knüpfsets aus dem Handarbeitsgeschäft zu überreden. „Das Set bestand aus einem großen Stück Stramin, das die Grundlage für den Teppich bildete und den farbigen Fäden aus reiner Schurwolle“, beschreibt sie den Kauf vor vielen Jahren. „Die Knüpfarbeit war auch direkt als Gebetsteppich ausgezeichnet und nicht etwa als Tischläufer oder so.“

Voller Enthusiasmus begann die Schülerin mit der Arbeit. Doch während die Liebe zu dem Studenten bereits nach wenigen Wochen vorüber war, dauerte die Fertigstellung des Teppichs mit einer Größe von 80 x 135 Zentimetern deutlich länger. „Sämtliche Bücher aus der Wohnung mussten zum Beschweren des Teppichs herhalten, damit ich leichter daran arbeiten konnte – es war schon eine Zumutung für meine Eltern.“

Teppich diente als Wandschmuck

Später hat Ute Hennig noch andere Knüpfarbeiten angefertigt, doch der Gebetsteppich in den leuchtenden Farben war ihre erste Handarbeit. Lange wurde er von ihr als Wandschmuck genutzt, doch nun möchte sie sich davon trennen. „Ich fange so langsam an, ein paar Sachen aus meinem Haushalt auszusortieren, die einfach zu schade sind, ungenutzt und ungesehen ein Leben im Schrank zu fristen.“

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HNA-Markt: Ute Hennig verkauft einen von ihr selbst handgeknüpften Gebetsteppich

Dazu gehört auch ein komplettes Teeservice für vier Personen mit echtem Platinmuster, das Ute Hennig bereits einmal in der HNA angeboten hat. Das Künstlersammelservice Pastorale von Rosenthal in der Form „Duo“ ist auch nach 40 Jahren wunderschön und funktional.

Die Trendelburgerin hofft, dass sich jemand für ihre Schätze findet. Vor allem der Gebetsteppich liegt ihr am Herzen – schließlich wurde der von ihr mit viel Liebe gefertigt.

Von Gitta Hoffmann

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