Viele Blumen statt Beton

Bei Helma und Jürgen Willand in Oedelsheim blüht es überall

Bei ihnen blüht es in Hülle und Fülle: Helma und Jürgen Willand laden Interessierte gerne zu einem Rundgang durch ihren Garten ein.
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Bei ihnen blüht es in Hülle und Fülle: Helma und Jürgen Willand laden Interessierte gerne zu einem Rundgang durch ihren Garten ein.

Dort wo einst Magerrasen und Beton den Garten rund ums Haus ausmachten, befindet sich heute ein Weser-Landhausgarten: wild, artenreich und wunderschön.

Oedelsheim – Der Anblick verzaubert so, dass man sich nicht sattsehen kann. Helma und Jürgen Willand haben das 1757 erbaute Fachwerkhaus (Querdielenhaus) eines ehemaligen Stellmachers mit dem insgesamt 900 Quadratmeter großem Grundstück in der Alten Weserstraße im Ortsteil Oedelsheim im Jahr 2010 gekauft. Das ehemals hinter einer Eternitverschalung befindliche Haus hat seine eigene Geschichte.

Nach 15 Monaten intensiver Sanierung und Renovierung zogen sie im Haus ein, parallel stand die Gestaltung des Grundstücks an. Dazu musste zunächst eine dicke Betonschicht abgetragen und eine Garage abgerissen werden. „Die ersten Stauden für den Garten bekam ich von den Landfrauen geschenkt“, erzählt Helma Willand. „Und ich war der ,Mach mal’“, ergänzt Jürgen Willand und lacht. „Ohne das handwerkliche Geschick meines Mannes wären viele der Ideen nicht umzusetzen gewesen“, macht Helma Willand deutlich.

Vorher: Langweilig und trist kam das Haus in Oedelsheim mit dem Rasen daher.
Nachher: Haus und Garten nach der Renovierung im neuen, frischen Antlitz.

Nach und nach entwickelte sich der Garten zu einem Stauden- und Bauerngarten. Eine 140 Jahre alte Esche wird gepflegt und beschnitten, um sie so lange wie möglich zu erhalten. Eine Eberesche haben die Willands dazu gepflanzt. Hinter dem Staketenzaun im Vorgarten tummeln sich nun Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten an den Stauden, die so geschickt gepflanzt wurden, dass es ein ständiges Blühen gibt, vom frühen Frühjahr bis zum Spätherbst. Auch viele Vogelarten haben im Weser-Landhausgarten ein Zuhause gefunden. Beton wurde aus dem Garten vollkommen verbannt, die Wege mit Weserkies gestaltet.

Neben den Rosen präsentieren sich Hortensien, Katzenminze, Kugeldisteln, Phlox, Schneefelberich, Geranium, Taglilien und Funkien. „Ich bevorzugte Stauden, die hier heimisch sind“, erläutert Helma Willand. „Nackte Erde in den Beeten mag ich gar nicht und so darf überall so genanntes Unkraut wachsen, was den Boden auch bei Trockenheit gleichmäßig feucht hält.“ Die Allium (Zwiebelgewächs) lieben jetzt im Sommer die Schmetterlinge. Diese zu beobachten ist eine Wohltat für Augen und Seele.

Garten lockt Passanten an

Die vielen Rosen locken Passanten an, am Gartenzaun stehen zu bleiben und den Anblick zu genießen. Wenn sie Glück haben, werden sie von den Willands entdeckt und erhalten das Angebot, den Garten zu entdecken und diesen in seiner vollen Pracht zu erleben. Neben und hinter dem Haus geht es weiter mit der Blütenpracht, bis in ein von außen nicht einsehbares Gartenzimmer.

Eine 80-jährige Süßkirsche wird von einer wohlriechenden Ramblerrose umgarnt, die mit ihren unzähligen Blüten einen lieblichen Duft verströmt. Inzwischen zieren über 100 Rosenpflanzen, -büsche und rankende Rosen den Garten. Es sind unter anderem englische, historische und moderne Sorten.

Einer der Lieblingsplätze des Paares ist die Rosenlaube, von dort aus hat man einen Blick in einen kleinen Teich. Außergewöhnliche Dekorationen, überwiegend aus alten Zeiten, sorgen für ein besonderes Flair. Da verspürt man als Gast die Lust, bis in den tiefsten Winkel des Gartens einzutauchen. (Petra Siebert)

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