214 Springer in schwarz, Rot und Gold

Vier Grebensteiner bei Fallschirm-Rekord in USA dabei

Der Rekord: Luftsportfotograf Andrey Veselov machte das Foto in den entscheidenden vier Sekunden am Himmel über Arizona. Foto: Andrey Veselov/nh

Calden/Eloy. Fallschirmspringer aus Calden und Grebenstein waren dabei, als in Arizona/USA ein neuer Weltrekord im Fallschirm-Formationssprung aufgestellt wurde: 214 Menschen bildeten die bisher größte Formation einer einzelnen Nation. Bisher gelang das nur mit Teams mehrerer Nationen.

Sieben Tage und 70 Sekunden dauerte es, bis der Rekord geschafft war. Eine Woche Fallschirmtrainingssprünge und dann am letzten Tag eine knappe Minute vom Verlassen der Maschine über das Orientieren, Einfliegen und Austarieren bis zum Zufassen bei 200 Stundenkilometern. Und dann nach der Schiedsrichterbewertung die Gewissheit: Diesmal hat’s geklappt.

Vier Grebensteiner waren dabei, als es erstmals einem deutschen Team gelang, eine Großformation mit 214 Springern zu bilden (wir berichteten): Matthias Maushake (Geschäftsführer der Aero-Fallschirmsport GmbH Calden) als Teamcaptain im Basis-Sektor (Mitte der Formation), Aero-Ausbildungsleiter Harry Kloska, Teamcaptain des Sektors Aero Kassel Maic Wolters und Aero-Sprunglehrer Jan Finis.

Sie kehren nach und nach aus Eloy in Arizona zurück. Pilot und Teamcaptain Maic Wolters schilderte gestern noch aus den USA seine Eindrücke. Froh ist er, dass alle aus dem Kassel-Sektor, einem Abschnitt der Sprungformation, bis zum Rekord zusammenblieben, was auch eine Imagefrage ist. Der Sektor Kassel besteht aus 30 Springern des Fallschirmsportzentrums Calden, von denen 23 das Tortenstück bildeten. Dazu gehörten viele 20- bis 40-Jährige aus ganz Deutschland, die Calden als Heimatsprungplatz nutzen, aber auch viele „Alte Hasen“ bis über 50, weil viel Erfahrung nötig ist - mit bis zu 13000 absolvierten Sprüngen.

Das Schwierigste war, sagt Maic Wolters, die Mitglieder des Sektors zielgerecht zu trainieren und niemanden wegen Schwächen auszuschließen: „Die große Leistung ist es wirklich, dass jeder Einzelne auf den Punkt seine Leistung abrufen muss - und das auch nach einem Fehlversuch immer wieder.“

Das sind die vier Grebensteiner

Grebensteiner waren beim Fallschirm-Weltrekord dabei

Bis die Schiedsrichter die Fotos gesichtet und den Rekord für gültig erklärt hatten, gab es große Anspannung, dann Erleichterung, Riesenfreude und eine Riesenparty. Wolters: „Da floss auch nach tagelanger Anspannung die eine oder andere Träne“.

Für eine Obergrenze für die Teilnehmerzahl müsste man laut Wolters einen Physiker fragen. Und auch Geld macht viel möglich. In den USA wird gesprungen, weil dort Flüge und Logistik günstiger sind und es in der Wüste mehr Platz gibt für die sichere Landung der vielen Springer.

Ob es einen weiteren Rekordversuch gibt, ist offen. Deutschland holte Rekorde 2004 (122 Springer), 2006 (156) und 2008 (200), Russland schaffte 2011 die 201, worauf Deutschland jetzt mit 214 eine neue Marke setzte. Wolters: „Wir warten ab, was die anderen machen“. -

Von Thomas Thiele

Video vom Rekordsprung:

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