Vom größten Vogel der Welt

Riesen-Eier zu Ostern: Besuch auf der Straußenfarm in Wülmersen

Langhalsig und neugierig: Conner Hampe und Louis Hauptreif halten gerne etwas Abstand zu den Straußen, da diese eigentlich alles anpicken, was sie kriegen können. Neugierig beäugen die Tiere auch die Eier, die von den beiden Legehennen stammen. Foto: Temme

Wülmersen. Sie halten richtig was aus und sind riesengroß: Eier von Straußen sind zu Ostern sehr beliebt. Wir haben die Farm von Uwe Schrage besucht - und seine 2,50 Meter großen Tiere.

Wer als größter Vogel der Welt gilt, sollte auch entsprechend große Eier legen. Auch in diesem Punkt lässt sich der Strauß nicht lumpen, sorgt ebenso mit seinem Gelege für einen Superlativ, denn solch‘ große Eier legt weltweit kein anderes Federtier. Gerade jetzt an Ostern erfreut sich das gewaltige Vogelei großer Nachfrage, wovon auch Uwe Schrage profitiert, der in Wülmersen eine Straußenfarm betreibt.

Dass das Ei nicht nur mit seiner fast eineinhalb Liter fassenden Eimasse viele satt machen kann, sondern auch über eine starke Schale verfügt, demonstriert Farmer Schrage, indem er sich mal eben mit seinen rund 80 Kilogramm draufstellt. „Die Schale ist bis knapp zwei Millimeter dick, deshalb haben die Kleinen beim Schlüpfen auch ganz schön was zu tun.“ Einen Tag und eine ganze Nacht bräuchten sie in der Regel, um dem Ei zu entkommen, erklärt der 55-Jährige.

Nichts für Angsthasen: Strauße picken nicht nur viele tausend mal ins Gras am Tag, sondern inspizieren mit ihrem Schnabel auch gerne den Hut ihres Halters Uwe Schrage. Ohne diesen nähert er sich seiner Herde nicht. Archivfoto: Temme

Da der Landwirt die Eier seiner Tiere verkaufen will, kommt es erst im Sommer zur Naturbrut, bis dahin mopst er seinen Legehennen Hanni und Nanni täglich die Eier weg. „Jede von ihnen legt alle zwei Tage ein Ei - bedenkt man, dass diese meist an die zwei Kilogramm schwer sind, ist klar, wieviel Energie das die beiden kostet.“ Spätestens im Juli gönnt Schrage deshalb den Straußendamen eine Pause, lässt sie erstmal sechs Wochen lang ihr Gelege ausbrüten. Daran beteiligt sich übrigens auch Franz-Josef, der einzige Hahn auf den Wülmerser Wiesen und somit Chef im Ring.

Je nach Größe kann ein Straußenei schonmal 25 bis 30 Hühnereiern entsprechen. Da der Eiweißanteil höher sei als bei diesen, seien sie cholesterinärmer, somit gesünder. Der Geschmack soll laut dem Straußenhalter auch recht ähnlich sein, etwas milder, aber schon stark an ein Hühnerei erinnernd. „Für viele meiner Kunden ist es einfach mal etwas Besonderes, ein Straußenrührei oder Ähnliches auf den Tisch zu bringen.“ Denn mit rund 30 Euro pro Stück ist es tatsächlich ein Produkt, das nicht alltagstauglich ist.

Günstiger ist da schon die ausgeblasene Variante, die es auf der Straußenfarm im naturbelassenem Hellbeige mit seiner typischen Porenstruktur zu erwerben gibt - oder aber auch in schönen Naturfarben gefärbt. „Mit Zwiebelschalen und Walnussblättern bereiten wir für die Osterzeit Exemplare mit Naturmustern vor.“ Wenn sich die Legesaison dem Ende zuneigt haben die beiden Hennen 150 Eier gelegt, wovon der Farmer zudem Eierlikör herstellen lässt. „Ich habe zwar sieben Hennen bei Franz-Josef, aber die anderen werden erst kommendes Jahr mit dem Legen anfangen, erst mit gut drei Jahren geht es bei den Straußen damit richtig los.“

40 Tiere hält Schrage derzeit auf seiner zwei Hektar großen Fläche. Von der Naturbrut des vergangenen Jahres überlebte nur ein kleiner Strauß, der demnächst der Herde zugeführt werden soll. Auch dieser will mal ein ganz Großer werden, erreichen die Vögel doch durchschnittlich 2,50 Meter Körpergröße. Haupteinnahmequelle ist natürlich der Verkauf des zarten, fettarmen Fleisches. „Da meine Tiere keine Medikamente bekommen und viel frisches Grün picken, ist das unter Kennern sehr beliebt“, ergänzt Schrage.

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