Das war das letzte Seifenkistenrennen in Holzhausen

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Zwei Hirsche aus einer Familie: Während Papa Torsten Abt am Start half, sauste Tochter Malin die Strecke in der Kiste hinunter. Torsten Abt war einer von 40 Helfern, die die 50 teilnehmenden Kinder betreuten.

Holzhausen. Eins der beliebtesten, vielleicht sogar das beliebteste Seifenkistenrennen Deutschlands ist Vergangenheit: Zum letzten Mal sausten an Himmelfahrt Seifenkisten die Holzhäuser Hauptstraße hinunter.

Trotz des Vergnügens lag Wehmut in der Luft, denn 20 Jahre fand das Derby in Holzhausen statt. Schon vor vier Jahren kündigten die Hauptorganisatoren Markus Reuter und Volker Mettner an, künftig etwas kürzer treten zu wollen. Um den Fortbestand des Rennens zu sichern, brauchten die Rasenden Hirsche dringend neue Leute an ihrer Spitze, doch die fanden sich einfach nicht. „Helfen wollen viele, aber Verantwortung übernehmen will niemand“, bringt es Initiator Reuter auf den Punkt.

Das war das letzte Seifenkistenrennen in Holzhausen

Das war das letzte Seifenkistenrennen in Holzhausen
Das war das letzte Seifenkistenrennen in Holzhausen © Temme
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Das war das letzte Seifenkistenrennen in Holzhausen © Temme

Nicht leicht gefallen Auch ihnen sei der Schlussstriches nicht leicht gefallen, denn „unser Seifenkistenderby ist die Nummer eins in Deutschland - das sagt jeder in der Szene“, verrät der 48-Jährige. Grund dafür ist nicht nur die 400 Meter lange, gleichmäßige Piste, sondern auch das professionelle Equipment, die Sicherheitsvorkehrungen und die straffe Durchführung haben den Veranstaltern einen guten Ruf gebracht.

„Woanders können die Kinder gerade zweimal fahren, bei uns meist viermal so viel und darum geht es doch in erster Linie“, bemerkten die scheidenden Organisatoren. Auch das stetig geringere Publikumsinteresse hat ihre Entscheidung beeinflusst: „Vor Jahren war der gesamte Straßenrand von oben bis unten voll - heute sind nur noch einzelne Besucher da, weil es an Himmelfahrt zu viele Veranstaltungen gibt“. 50 Kinder aus ganz Deutschland, davon sechs aus Holzhausen, nahmen am Wettstreit teil, düsten mit fast 50 Stundenkilometer in 40 Sekunden die Strecke hinunter. „Auch wenn es das Rennen bei uns nicht mehr gibt, wollen wir doch auf jeden Fall weiter Seifenkisten fahren“, sagte Eric Küpper von den Rasenden Hirschen. Sieben Mal durften die Teilnehmer die Piste runter rasen, je nach Alter in Junior- oder Seniorklasse.

Ob es in Holzhausen tatsächlich nie wieder Seifenkistenrennen geben wird, ist sich Reuter nicht so sicher. „Unsere Ausrüstung haben wir erst mal verkauft. Aber vielleicht habe ich ja mal Enkel und mich erfasst wieder das Rennfieber?“ Eben so wie damals, als er bei einem Besuch in Berlin vom Seifenkistenrennen Wind bekam und die Idee mit nach Hause brachte. (zta) Info: Am 20. Oktober findet eine große Abschlussveranstaltung des Seifenkistenderbys im Bürgerhaus statt.

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