Nach 40 Jahren

Vorstandsmitglied der Grebensteiner Stadtsparkasse geht in den Ruhestand

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Mehr Zeit für die Natur: Hans-Gerd Pape, Vorstandmitglied der Stadtsparkasse Grebenstein, wird im Ruhestand wohl öfter auf der von ihm gespendeten Bank auf dem Burgberg Platz nehmen und den Blick auf seine Heimatstadt genießen. 

Hans-Gerd Pape, Ur-Grebensteiner und Vorstandsmitglied der örtlichen Stadtsparkasse, geht in den Ruhestand. 

Heute Abend steht er im Mittelpunkt – und damit an einer Stelle, an die er sich nie drängte. Hans-Gerd Pape verlässt nach fast vier Jahrzehnten die Stadtsparkasse Grebenstein.

Es gibt kaum eine Abteilung in der Sparkasse, in der er nicht arbeitete. Von der Buchhaltung bis zum Controlling, von der Kreditbearbeitung bis zur Wertpapierberatung reichten im Laufe der Jahre seine Arbeitsfelder, bevor er zunächst als stellvertretendes und 2009 als reguläres Vorstandsmitglied in das höchste Führungsgremium des Geldhauses wechselte. 

Er wollte nie an die Spitze

Er kennt das Haus wie seine Westentasche und wohl besser als jeder andere. „Es ist ,seine‘ Sparkasse“, sagt Bürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender Danny Sutor denn auch treffend über Pape. „Und ein von allen geschätzter Kollege“, wie Sparkassenchef Ralf Patock sagt.

Seit gut zehn Jahren war er der zweite Mann der Grebensteiner Sparkasse. Auf Platz eins in der Hierarchie wollte er nie. Die Chance hätte sich geboten, doch Pape winkte ab. Aus familiären Gründen, wie der zweifache Familienvater mit Blick auf seinen autistisch gehandicapten Sohn sagt: „Da muss man Prioritäten setzen“. 

Bereut habe er seinen Beschluss nie, sagt er. Und wer ihn kennt, weiß, dass es stimmt. Es war nicht das erste Mal, dass das Thema Familie seinen Berufsweg beeinflusste. Denn Familie war es auch, die ihn überhaupt zur Sparkasse führte. Eigentlich, so erzählt er, wollte er Förster werden. Doch sein Vater riet ihm, erst mal eine Banklehre zu machen.

Traum vom Beruf im Wald

Sohn Hans-Gerd folgte dem Rat, lernte nach Abitur und Wehrdienst in der damaligen Kreissparkasse Hofgeismar den Beruf – und wichtiger noch: dort auch seine spätere Frau kennen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Bettina Pape. Der Traum vom Beruf im Wald ließ Hans-Gerd Pape auch nach der Ausbildung nicht los. Er entschloss sich, Forstwirtschaft in Göttingen zu studieren. Das war 1982. 

Doch schon im ersten Semester wurde ihm klar, dass dies nicht sein Berufsweg werden würde. Pape erklärt es in Zahlen: „90 beginnen mit dem Studium, 15 schaffen den Abschluss und bewerben sich um zwei Stellen, die es dann gibt.“ Außerdem war da der Faktor Familie: „Wir wollten Kinder. Wenn ich in Göttingen studiere und meine Frau in Hofgeismar arbeitet, ist das keine günstige Konstellation.“ 

Also gab er das Studium auf und begann bei der Grebensteiner Stadtsparkasse. Er arbeitete effektiv, schnell und hatte, vor allem im Controlling, großen Einfluss darauf, dass das kleine Geldinstitut heute finanziell auf soliden Füßen steht.

Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen

Nach vorne drängte er sich nie, doch sein Talent, gut mit Menschen umzugehen, Entwicklungen zu erkennen und vorausschauend zu denken, blieb nicht verborgen. Letztlich führt in sein Berufsweg in die oberste Führungsetage, und die Komplexität der Aufgabe hat ihm gefallen, wie er erzählt.

Dass er jetzt, mit 62 in den Ruhestand geht, hat gesundheitliche Gründe. Mehrfach sandte der Körper Warnsignale aus, dass er kürzertreten solle. „Ich hatte unter anderem drei Hörstürze“, sagt er. Die 50-Stunden-Woche, die als Vorstand der Sparkasse die Regel war, ging nicht spurlos an ihm vorbei. „Ich bin zwar heute total fit“, sagt Pape, aber nicht zuletzt auf ärztlichem Rat beschloss er, kürzerzutreten. Ab 1. Februar ist er Rentner. 

Langweilig wird ihm mit Sicherheit nicht. Schon allein die ehrenamtliche Tätigkeit für den Deutschen Wetterdienst (DWD) bringt genügend Beschäftigung. Für zahlreiche Bäume und Pflanzen notiert er die jahreszeitlichen Wachstumsphasen. 

Der DWD errechnet daraus, ob die Natur früher dran ist als üblich, was vor allem für Landwirte und Allergiker wichtig ist. Außerdem hat er zwei Gärten mit über 3000 Quadratmetern und ungezählten Bäumen zu bestellen. „Da ist meine 90-jährige Mutter der Chef und ich leiste die Frondienste“, lacht er.

Und dann steht da im Erdgeschoss seines Hauses immer noch die Schreinerwerkstatt seines Vaters, die er gerne nutzt. Die Bank neben der ebenfalls von ihm gespendeten Gerichtslinde bei der Burgruine entstand hier. „Langweilig wird mir nicht“, sagt Pape. Und wenn doch, gibt es zahlreiche Grebensteiner Vereine, bei denen er Mitglied ist, und die immer mal wieder vorfühlen, ob er nicht Kassenwart werden möchte.

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