Vorwärts Carl! – Wer baut Kanal und Bahn von Hümme nach Bad Karlshafen?

Vorwärts Carl! - Die Region als Brettspiel

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Ganz schön knifflig: (von links) Harald Kühlborn, Gonthard Mamerow, Susanne Selbert und Klaus Röttcher bei ihrer ersten Partie „Vorwärts Carl!“

Trendelburg. Klaus Röttcher, Professor für Landschaftsplanung an der Uni Kassel, möchte seine Bahnlinie von Hümme in Richtung Bad Karlshafen durch ein Landschaftsschutzgebiet südlich von Stammen bauen. Nach kurzer Beratung sprechen sich die Mitspieler – Kreispressesprecher Harald Kühlborn, Vizelandrätin Susanne Selbert und Gonthard Mamerow vom Hessischen Wasserverband Diemel – dagegen aus.

Röttcher muss aussetzen. Damit spart er zwar Baukosten, kommt aber auch nicht weiter.

Was den vier Testspielern eindeutig Spaß macht, ist das Brettspiel „Vorwärts Carl!“, das an die ehemalige Carlsbahn Hümme-Karlshafen und das große Kanalprojekt des Landgrafen Carl aus dem 18. Jahrhundert erinnern soll. Mit Glück, Strategie und Taktik – aber auch mit Verhandlungsgeschick müssen die Spieler versuchen, Bahn oder Kanal von Hümme aus in Richtung Norden zu bauen. Am Ende gewinnt aber nicht automatisch der Spieler, der als erster seine Strecke fertig stellt. „Entscheidend sind die Bonuspunkte, die es für den Bau von Bahnhöfen, Haltepunkten, Tunneln, Schleusen, Wehren und Hafenbecken gibt“, erklärte Klaus Röttcher. Weitere Siegpunkte gibt es für den Erhalt von Kulturgütern, Wäldern und Naturschutzgebieten oder für die Integration von Aussichtspunkten in die Strecke.

„Das ansprechend gestaltete Spiel ist eine gute Ergänzung zum Eco-Pfad Diemel und verdeutlicht die Bedeutung der Carlsbahn“, sagte Susanne Selbert bei der Vorstellung des Spiels in der Alten Mühle Trendelburg. Die Idee zu diesem Spiel sei aus einem studentischen Projekt am Fachgebiet Landschaftsplanung / Landnutzung des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung der Universität Kassel entstanden, erläuterte Klaus Röttcher, der die Erstellung des Spiels koordiniert hat. Im Rahmen des Projekts haben Studierende die Möglichkeiten der heutigen Nutzung von Carlsbahn und Landgraf-Carl-Kanal untersucht. Die Beschäftigung mit den beiden kulturhistorisch bedeutsamen Verkehrswegen regte die Studierenden an, durch die Gestaltung eines Spiels Regionalgeschichte „mal ganz anders erlebbar zu machen“.

Erlebt haben die Testspieler am Sonntag in Trendelburg auch, wie knifflig ein solches Bauprojekt werden kann, wenn unterschiedliche Interessen und auch die Finanzen berücksichtigt werden müssen. (zlö) Vorwärts Carl: Das Spiel kostet 9,90 Euro und ist im Tierpark Sababurg und im Museum im Wasserschloss Wülmersen erhältlich. Außerdem gibt „Vorwärts, Carl!“ auch beim Sekretariat des Fachgebiets Landschaftsplanung/Landnutzung der Universität Kassel, Tel.: 0561 / 8041821.

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