Ausblick 2016: Wahlsburg bereitet sich auf Fusion vor

Auch schon 26 Jahre alt: Die Schwülmetalhalle in Vernawahlshausen wird ebenfalls von Vereinen genutzt. Foto: Herbold

Wahlsburg. In unserer neuen Serie haben wir mit Rathauschefs über das kommende Jahr gesprochen. Heute endet unsere Serie mit Wahlsburg.

Zwei Probleme müssen in Wahlsburg gelöst werden und sie werfen ihre Schatten schon ins Jahr 2016: Die Aufgabe des Haus des Gastes in Lippoldsberg oder der Schwülmetalhalle in Vernawahlshausen sowie die Fusion mit der Nachbargemeinde Oberweser. „Da muss das neue Parlament bald die ersten Schritte einleiten“, sagt Bürgermeister Jörg-Otto Quentin.

Mehrzweckhallen 

Die unausgeglichenen Haushalte und der Zwang zum weiteren Sparen machen der Gemeinde mit nur noch 2088 Einwohnern (Stand Ende 2014) die größten Kopfschmerzen. Da kosten zwei Dorfgemeinschaftshäuser, das Haus des Gastes in Lippoldsberg und die Schwülmetalhalle in Vernawahlshausen, die beide saniert werden müssen, zuviel Geld. Seit mehreren Jahren schon steht die Schließung in Lippoldsberg als Vorschlag im Haushaltssicherungskonzept, es regte sich jedoch Widerstand bei den Bürgern, vor allem Vereinsvertretern. Quentin: „In der nächsten Wahlperiode muss das Parlament entscheiden. Sicher wird eines geschlossen“.

Gemeindefusion 

Eine weitere Option um Geld zu sparen, wäre der Zusammenschluss mit einer Nachbargemeinde, beispielsweise Oberweser, mit der schon der Bauhof zusammengelegt wurde. Ein idealer Zeitpunkt wäre 2019, wenn beide Bürgermeister neu gewählt werden. Quentin geht dann in den Ruhestand. „Rechtliche,r Gründe sprechen nicht dagegen, sachliche lassen sich klären. Ein Problem sind die Befindlichkeiten der Betroffenen“, schätzt Quentin. Erste Erfolge könnten auch mit einer Verwaltungsgemeinschaft gelöst werden. Aus finanziellen und technischen Gründen werden schon die Rechner der Verwaltungen zusammengeschaltet. Das Land fördere fusionswillige Gemeinden mit viel Geld. Letztlich müsse die Gemeindevertretung entscheiden. Quentin: „Ideal auch wegen der Bevölkerungszahl wäre es, wenn Oberweser, Wahlsburg und Bodenfelde zusammenarbeiten. Doch die Ländergrenze hindert uns daran, die Hürden sind zu hoch“, bedauert Quentin.

Baumaßnahmen 

Für Baumaßnahmen hat die Gemeinde kaum Geld, doch immerhin fließt etwas über das kommunale Investitionsprogramm. Das über 30 Jahre alte Dach des Feuerwehr- und Kindergartengebäudes (alte Grundschule) müsste saniert werden, zudem sind Straßenreparaturen nötig (Gartenstraße, Sportplatzweg, Stadtweg, Im Winkel, Radweg an der Weser). Die Gemeinde würde auch gerne Grundstücke ankaufen, um Leerstände zu sanieren oder Ruinen (wie die abgebrannte Ex-Gaststätte in Vernawahlshausen) abzureißen. Quentin hofft, dass ein Teil der Orte wieder ins Dorferneuerungsprogramm kommt wie Lippoldsberg in den 1970er-Jahren und Vernawahlshausen in den 1990er-Jahren.

Tourismus 

Vor allem durch die Klosterkirche hat sich der Zustrom an Touristen deutlich verstärkt, die Nachfrage nach Prospekten im Infozentrum und Café Klosterkirche sei enorm. Der Weserradweg und der Wohnmobilstellplatz haben dafür gesorgt, dass die Gastronomie jetzt mittags wieder geöffnet ist. Auch das sanierte Herman-Nohl-Haus für Pilger und Ferienwohnungen seien gut genutzt, meint Quentin.

Energie und Klinik 

Mit viel Geld würde die Gemeinde gerne Photovoltaikanlagen auf den Klinikgebäuden und den Windbruchflächen des Klinikareals aufstellen. Auf dem Klinikzentrum im Wald bei Lippoldsberg setzt Quentin große Hoffnungen. Es laufe ganz gut und er hoffe auf den weiteren Ausbau durch gute Kontakte, auch wenn die Bundesregierung die Auflösung kleinerer Kliniken anstrebe. „Der Standort ist wichtig für die dort Beschäftigten und die Firmen in der Gegend“, sagt Quentin und möchte die Klinik gern weiter als 3. Ortsteil ausbauen. Ein erster Schritt sei die geplante Denkmalschgutzregelung für das ehemalige Fabrikgelände und ein neues Konzept für den Ausbau als Ausflugsziel, für die Gastronomie und zur Nutzung leerstehender Gebäude. Windkraft und Salz

Die Zukunft von Windkraftanlagen und Salzseen im Wesertal kann Quentin nicht vorhersehen. Vielleicht gibt es 2021 die Pipeline, vielleicht wird sie aus Kostengründen aber nicht gebaut. Die Gemeinde kann außer Neinsagen nicht viel tun. Er setzt darauf, dass der Bund, wenn er an die EU zahlen muss, den Druck auf das Land erhöht und es vielleicht eine Übergangslösung gibt.

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