Jahresausblick 2019

Im letzten Jahr ihres Bestehens: Gemeinde Wahlsburg will 2019 viel anstoßen

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Sollen verbessert werden: Die kanalisierte Weser (Bild) und der Weserradweg bei Lippoldsberg. 

Die Zeit um den Jahreswechsel nutzen wir traditionell, um einen Blick vorauszuwerfen: Heute stellen wir dar, was in der Gemeinde Wahlsburg im letzten Jahr ihres Bestehens ansteht.

Das Jahr 2019 ist nicht nur das letzte Amtsjahr des Bürgermeisters Jörg-Otto Quentin, der am 13. August nach seiner dritten Amtszeit in den Ruhestand geht. Es ist auch das letzte Jahr der 1971 gegründeten GemeindeWahlsburg, die Anfang 2020, in elfeinhalb Monaten, mit der Nachbargemeinde Oberweser fusioniert.

Die Vorbereitung dieser Fusion ist – neben der Grundversorgung und nötigsten Investitionen – in beiden Gemeinde die wichtigste Aufgabe des Jahres. Im ersten Halbjahr muss der entscheidende und sehr umfangreiche Grenzänderungsvertrag fertiggestellt und beschlossen werden (Details in der nächsten Folge).

Noch sieben Monate tätig: Jörg-Otto Quentin.

Gemeindefusion

Eine der größten Herausforderungen ist dabei nach Quentins Ansicht die Abstimmung der bisher unterschiedlichen Gebühren und Steuersätze. „Wir wollen eine Ungleichbehandlung vermeiden“, schickt er voraus, weil es nicht einfach wird, denn in einigen Bereichen wird es eine Erhöhung, in anderen eine Absenkung gegenüber den bisherigen Ausgaben für die Bürger werden. Deshalb gibt es demnächst noch ein Gespräch beim Regierungspräsidium, wie die Haushalte für 2019 und 2020 am praktikabelsten gestaltet werden können.

Deshalb ist der Haushalt 2019 auch noch nicht im Parlament eingebracht worden. Unterschiede gibt es zum Beispiel bei den Friedhofsgebühren und beim Wasser und Abwasser, weil der Wasserzweckverband (WAZ) Solling, dem Wahlsburg seit Jahren angehört, Schmutz- und Regenwasser getrennt abrechnet, Oberweser dagegen nicht. Zu den kleineren Details bei der Fusion gehört beispielsweise die Frage, wer die Weihnachtsbäume aufstellt (Ortsbeiräte oder Bauhof) und zu welchen Geburtstagen der Bürgermeister persönlich gratuliert (ab dem 80. oder ab dem 90. Lebensjahr).

Investitionen

Der Haushalt für das laufende Jahr steht in den Grundzügen fest. Klar ist, dass kaum Geld zum Ausgeben da ist, deshalb gibt es praktisch keine eigenen Investitionen. Es werden allerdings Reparaturen vorgenommen und Projekte geplant und vorbereitet, für die es Zuschüsse gibt.

Dorferneuerung

Schon jetzt ist klar, dass die beiden Wahlsburger Ortsteile Lippoldsberg und Verna- wahlshausen – wie aktuell alle Ortsteile von Oberweser – aufgrund der Fusion in die Dorferneuerung aufgenommen werden, obwohl beide schon einmal davon profitierten. Deshalb müssen demnächst für beide Orte Entwicklungskonzepte (IKEK) erstellt werden.

Renaturierung

Auf den Weg gebracht werden müssen auch Konzepte für das Blaue Band der Bundesregierung, ein Programm zur Renaturierung der Fluss-auen der Bundesgewässer, in diesem Fall die Wiederöffnung von Altarmen und die Ufergestaltung. Beides muss gemeinsam betrachtet werden mit der Dorferneuerung und dem Neubau des Weserradweges zwischen dem Ortsrand Richtung Gieselwerder und der Flutmuldenbrücke, wo die Trasse ausgebaut beziehungsweise näher ans Ufer verlegt werden soll.

Für den ersten Bauabschnitt sind 100 000 Euro vorgesehen. In der Warteschleife ist noch die Verlängerung des Schwülmetalradweges Richtung Schoningen. Hier sind zwar technische Fragen geklärt, aber für einen nötigen Geländeankauf fehlt derzeit das Geld. Hier hofft Quentin auf verstärkte Förderung für regionale Radwege durch die neue Landesregierung.

Hochwasserschutz

Für den innerörtlichen Hochwasserschutz soll am Bergerholz in Vernawahlshausen eine zusätzliche Rohrleitung verlegt werden, um Starkregen aus dem Graben im Park abzuleiten. Dafür sind 90.000 Euro nötig. Im Sonner soll nun auch endlich die Sanierung der Bergstraße in Lippoldsberg beginnen. Zunächst sollen die Arbeiten im Bereich zwischen Gänsebrücke und Schulstraße ausgeführt werden.

Klinikzentrum

Stärker im Blick: Das Klinikzentrum im Wald zwischen Lippoldsberg und Vernawahlshausen soll modernisiert und auch als Wohnareal attraktiver werden. Mehrere Gebäude, die zum Teil noch aus der Zeit als Munitionsfabrik  stammen, sind derzeit ungenutzt. Rechts (Haus Kiel) wohnen Mitarbeiter und Schüler, links (Haus Lübeck) ist die alte Ergotherapieschule.

Weit in die Zukunft reichen die Pläne für das Klinikzentrum im Wald. Dieser etwas abgelegene sogenannte dritte Ortsteil soll aufgewertet werden. Vergangene Woche fand ein Auftaktgespräch mit Bürgermeister, Bauamt, Klinikleitung und Planungsbüro statt. Bei dem zu erstellenden Quartierskonzept geht es vor allem um die energetische Modernisierung der Anlage, deren älteste Gebäude in den 1930er-Jahren als Teil einer Munitionsfabrik entstanden.

Zunächst werden alle Gebäude aufgenommen und analysiert, zumal sich ihre Nutzung in den nächsten Jahren noch weiter verändern könnte. Dann werden Varianten für eine möglichst effektive Energieversorgung (denkbar sind auch Blockheizkraftwerke und Photovoltaik) durchgerechnet. Dazu werden städtebauliche und landschaftsplanerische Maßnahmen erarbeitet mit dem Ziel, das Gelände stärker für Wohnen, Freizeit und Bildung attraktiv zu machen. Der Denkmalschutz ist interessiert, einige der historischen Gebäude unter Schutz zu stellen. Dazu werden noch Diskussionen nötig sein, ob alle Gebäude erhalten werden oder ob auch manche verzichtbar sind.

Wahlsburger Termine 2019

  • Aktion Saubere Landschaft, Lippoldsberg, 23. März 
  • Schwülmetal-Volkslauf, Lippoldsberg, 31. März 
  • MTV-Wandertag, Vernawahlshausen, 1. Mai 
  • Drei-Fähren-Rundfahrt, Lippoldsberg, 2. Juni 
  • Fahrt nach St. Georges de Montaigu, 6.– 10. Juni 
  • Weserbeleuchtung, Lippoldsberg, 13. Juli 
  • Treckertreffen, Vernawahlshausen, 2. – 4. August 
  • Angelsächsische Sommernacht-Party, Lippoldsberg, 10. August 
  • Kirmes Vernawahlshausen, 23. – 26. August 
  • Kartoffelfest im Museum, Lippoldsberg, 15. September 
  • Volkswandertag, Vernawahls-hausen, 20. Oktober

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