Anwohner beobachten nur wenige Bauarbeiter

Lippoldsberg: Dauerbaustelle bremste Rettungswagen aus

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Schwierige Situation: Auch gestern dauerte es einige Zeit, bis ein Rettungswagen zum Seniorenzentrum Lippoldsberg (rechts) durchkam. Immerhin ist der Gehweg davor jetzt so gut wie fertig.

Lippoldsberg. Die Dauerbaustelle in Lippoldsberg sorgt für Ärger. Eigentlich sollten die Arbeiten schon längst beendet sein.

Wenn Tatjana Melching, die Leiterin des Altenzentrums nahe der Weser in Lippoldsberg, aus dem Fenster Richtung Klosterkirche blickt, tut sie das mit gemischten Gefühlen. Denn draußen vor dem Grundstück liegt eine Straßenbaustelle auf der es nur langsam vorangeht. Problem: Von den beiden Zufahrten zum Altenzentrum ist derzeit eine gar nicht nutzbar, die andere nur unter erschwerten Bedingungen. Zu Fuß konnten die oft gehbehinderten Bewohner das Grundstück kaum verlassen, weil sie lange durch eine Hügellandschaft laufen mussten.

Vergangenen Donnerstag wurde die Situation kritisch: Ein Rettungswagen wollte zu dem Seniorenheim fahren und konnte an der südlichen Zufahrt nicht vorankommen, weil ein Lkw die Durchfahrt versperrte. Der Rettungswagen (bis heute fehlt ein Hinweisschild, dass das Altenzentrum trotz Baustelle theoretisch erreichbar ist) wurde von den Bauarbeitern über die Bergstraße, die offizielle Umleitung, zum anderen Ende der Baustelle umdirigiert. Doch dort stand ein Bagger und ließ den Rettungswagen ebenfalls nicht durch.

Berichte, dass sogar die Polizei kommen musste, waren jedoch nur ein Gerücht, sagte Tatjana Melching auf Anfrage der HNA. Die Stimmung ist trotzdem gereizt. „Von dieser Baustelle haben hier alle die Schnauze voll“, macht sie ihrem Ärger Luft. Es sei nicht auszudenken, wenn das am Donnerstag eine Blaulichtfahrt, also ein Rettungseinsatz, und nicht nur ein einfacher Transport, gewesen wäre.

Aus ihrer Sicht seien die Bauarbeiten unkoordiniert und ohne Rücksicht ausgeführt worden. Die Bewohner können seit Monaten nicht alleine zu Besorgungen ins Dorf, weil 95 Prozent von ihnen auf einen Rollator angewiesen sind, mit denen die geschotterte und hügelige Straßenbaustelle nicht zu passieren sei. Immerhin, so Tatjana Melching, soll der Gehweg an der Seite des Seniorenheimes am heutigen Dienstag fertig werden. Am Montag wurde noch heftig gearbeitet.

Anwohner beklagten wiederholt, dass zu wenige Bauarbeiter auf der Baustelle zu sehen seien. Die Baufirma selbst hatte wiederholt auf schwierige Umstände verwiesen. Mal musste auf andere Baufirmen Rücksicht genommen werden, dann waren die Situation vor Ort und zusätzliche Arbeiten der Grund, dann wieder habe das kalte Wetter ein Weiterbauen unmöglich gemacht.

Die Grunderneuerung der Straße mit neuer Wasserleitung, neuem Kanal und neuer Fahrbahn war zunächst bis Ende Oktober 2015 geplant und verschob sich mehrfach. Nun wurde angekündigt, dass die Asphaltierungsarbeiten in der Woche nach Pfingsten beginnen und am 25. Mai alles abgeschlossen sein soll. Man ist gespannt.

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