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Lippoldsberg: Hubertus Schrick bringt Fahrgäste über die Weser

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Von: Björn Friedrichs

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Hubertus Schrick ist seit 2013 Fährmann der Märchenfähre zwischen Lippoldsberg und dem Vorwerk. Er geleitet alle Passagiere sicher und trocken auf das andere Ufer und nimmt sich zudem noch Zeit für ein kurzes Gespräch. Neben Fahrradfahrern, Wanderern, Landwirten und Autofahrern nutzen auch Camping-Urlauber sein Angebot.
Hubertus Schrick ist seit 2013 Fährmann der Märchenfähre zwischen Lippoldsberg und dem Vorwerk. Er geleitet alle Passagiere sicher und trocken auf das andere Ufer und nimmt sich zudem noch Zeit für ein kurzes Gespräch. Neben Fahrradfahrern, Wanderern, Landwirten und Autofahrern nutzen auch Camping-Urlauber sein Angebot. © Björn Friedrichs

Lippoldsberg. Sanft schaukelt die Fähre hin und her. „Ich passe auf, dass niemand ins Wasser fällt“, sagt Hubertus Schrick lachend.

Er ist seit 2013 als Fährmann tätig und bringt Wanderer, Fahrradfahrer, Camping-Urlauber, Autofahrer oder Landwirte von Lippoldsberg zum Vorwerk und zurück.

Freude am Beruf: Hubertus Schrick ist seit 2013 Fährmann der Märchenfähre zwischen Lippoldsberg und dem Vorwerk.
Freude am Beruf: Hubertus Schrick ist seit 2013 Fährmann der Märchenfähre zwischen Lippoldsberg und dem Vorwerk. © Björn Friedrichs

Zuvor war Eberhard Schrader, der Onkel seiner Frau, Fährmann. Schrader hatte im Alter von 70 Jahren den Job aufgegeben. „Ich bin zunächst als Ersatzmann eingestiegen, habe mich dann für den Beruf beworben und habe die Stelle bekommen. Ich habe es bis heute nicht bereut“, erzählt Schrick, der seinen Beruf sichtlich genießt. Er weist darauf hin, dass die Furt bereits vor 300 Jahren in der Ortschronik vermerkt wurde. „Auch damals werden die Leute schon irgendwie trockenen Fußes vom einen Ufer zum anderen gekommen sein“,

Hubertus Schrick zeigt den Fahrtgästen, wie tief die Weser aktuell ist.
Hubertus Schrick zeigt den Fahrtgästen, wie tief die Weser aktuell ist. © Björn Friedrichs

sagt Schrick.

Der gelernte Fleischer war zuvor 20 Jahre bei ContiTech in Oedelsheim angestellt. Mit Berufen rund ums Wasser hatte er nichts zu tun. „Ich habe auch keinen Anker tätowiert“, scherzt er. Vor allem die Entschleunigung des Alltags gefalle ihm gut: "Der Fluss gibt die Geschwindigkeit vor", sagt Schrick.

Die zwei- bis dreiminütige Fahrt, die die Fahrgäste vom einen Ufer ans andere bringt, lädt zur Entspannung ein und liefert zugleich einen tollen Blick die Weser entlang. „Zu 99,9 Prozent habe ich nette Fahrgäste, mit denen man ein kurzes Gespräch führen kann“, erzählt der 59-jährige Fährmann.

Seine Aufgabe ist das Stellungsspiel der Fähre. Diese ist mit Ketten an einer Leitung verbunden, die Strömung der Weser schiebt die Fähre bedingt durch die Stellung von links nach rechts. Bei einer bestimmten Schrägstellung bleibe die Fähre stehen. „Für Kinder muss man auch mal einen Scherz machen“, berichtet Schrick, der auf die Wünsche der Fahrgäste eingeht:

Hubertus Schrick beobachtet während seiner Tätigkeit die Tiere, die sich an der Weser niedergelassen haben. Im Hintergrund warten bereits weitere Gäste auf eine Fahrt.
Hubertus Schrick beobachtet während seiner Tätigkeit die Tiere, die sich an der Weser niedergelassen haben. Im Hintergrund warten bereits weitere Gäste auf eine Fahrt. © Björn Friedrichs

„Kommunikation ist alles, da mache ich auch Ausnahmen, was die Fahrzeiten angeht. Für Feiern fahre ich auch später mal.“ Trotz Vorfahrt nehme er auch Rücksicht auf vorbeifahrende Paddelboote.

Gerne gibt er auch Tipps und Infos an die mitfahrenden Touristen. „Sie kommen von überall her. Aus Süddeutschland, Nordrhein-Westfalen, aber auch aus Holland. Die wundern sich immer, dass es hier so hügelig ist“, scherzt Schrick. Viele ortsunkundige Personen würden zudem mit Navigationssystem fahren und plötzlich am Ufer landen. „Erst können sie nicht glauben, dass das Navi sie durch den Fluss lotsen will. Dann staunen sie, dass es mitten in Deutschland eine Fähre gibt. Die meisten finden es dann aber toll“, erzählt Schrick.

„Die Fahrt mit der Fähre war ein Highlight unserer Reise“, sagt so auch ein Paar aus Süddeutschland zum Abschied nach der Fahrt. Hubertus Schrick hat ihnen die Überfahrt mit seiner freundlichen Art angenehm gemacht.

Zur Person:

Hubertus Schrick (59) wohnt seit 30 Jahren mit seiner Frau auf dem Vorwerk und ist seit 2013 als Fährmann tätig. Schrick wurde in Herstelle, einer Ortschaft der Stadt Beverungen in Nordrhein-Westfalen, geboren. 

Hubertus Schrick ist seit 2013 Fährmann der Märchenfähre zwischen Lippoldsberg und dem Vorwerk. Er geleitet alle Passagiere sicher und trocken auf das andere Ufer und nimmt sich zudem noch Zeit für ein kurzes Gespräch.
Hubertus Schrick ist seit 2013 Fährmann der Märchenfähre zwischen Lippoldsberg und dem Vorwerk. Er geleitet alle Passagiere sicher und trocken auf das andere Ufer und nimmt sich zudem noch Zeit für ein kurzes Gespräch. © Björn Friedrichs

Der gelernte Fleischer war vor seiner Beschäftigung als Fährmann 20 Jahre bei ContiTech in Oedelsheim tätig. Die Fähre fährt vom 15. März bis 31. Oktober, in den Wintermonaten hilft Schrick seinem Sohn auf dessen Bauernhof oder fährt in den Urlaub.

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