Reise nach Hongkong

Mutter verreist mit Kindern: Vater erstattet Anzeige wegen Entführung

Eine Mutter flieht mit ihren Kindern ins Ausland, der Vater erstattet Anzeige wegen Kindesentführung – ein solcher Fall aus Wahlsburg beschäftigt die Behörden in Deutschland.

Nach HNA-Recherchen ist die Mutter mit ihren Söhnen (2 und 5 Jahre alt) nach Hongkong zu Verwandten gereist, weil sie sich unterdrückt und bedroht fühlt. Ihr Mann wiederum wirft der 25-jährigen vor, ihre Kinder missbraucht und geschlagen zu haben.

Um das Sorgerecht streiten beide Partner noch, doch der Frau wurde bereits vom Oberlandesgericht Frankfurt das Aufenthaltbestimmungsrecht zugesprochen. Sie kann entscheiden, wo sie mit den Kindern hingeht. Ob das eine Reise mit Aufenthalt nach China abdeckt, bezweifeln Fachleute. Wenn ein Partner das Aufenthaltsbestimmungsrecht so ausübe, dass der andere sein Sorgerecht nicht mehr ausüben könne, „kann man vor Gericht klären lassen, ob eine Verletzung des Sorgerechts vorliegt“, sagt auch Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel für das Jugendamt.

Auch in der chinesischen Stadt werden sich die Behörden mit dem Fall beschäftigten müssen: Für Hongkong gelte das Haager Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung, bestätigt das Bundesamt für Justiz. Das bedeutet: Ein Gericht dort muss entscheiden, ob die Reise ins Ausland rechtens war oder ob die Kinder zurückgebracht werden müssen. Unterdessen bestätigt die Kasseler Staatsanwaltschaft, dass der Mann Anzeige erstattet hat. Weitere Auskünfte gibt man dort nicht – es sei noch zu früh dafür.

Bettina Müller-Laube, Anwältin der Mutter, betont, dass man das noch laufende Sorgerechtsverfahren in Deutschland ausfechten werde. Notfalls werde man mit den Kindern zurückkommen. Sie erhebt im Namen ihrer Mandantin enorme Anschuldigungen gegen den Vater.

Rubriklistenbild: © dpa

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