Zuschuss von der Landkreisverwaltung

Schlaglöcher und Wurzelschäden: Radwege im Landkreis Kassel werden repariert

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Noch nach dem alten Verfahren, aber vom Landkreis gefördert: Der Radweg zwischen Vernawahlshausen und Lippoldsberg (links) wurde teilweise asphaltiert, weil aus dem Bahntunnel kommendes Regenwasser den Weg ausspülte. Der Radverkehrsbeauftragte des Kreises Kassel, Stefan Arend, Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin und der Leiter des Fachdienstes Verkehr und Sport des Kreises, Uwe Koch (von links) überzeugten sich vom Erfolg der Maßnahme.

Wahlsburg/Naumburg/Espenau. Der Radverkehr und Radtourismus boomt nach wie vor. Das Radwegenetz im Landkreis Kassel hinkt aber teilweise noch hinterher.

„Gute Radwege sind aber ganz entscheidend für die Akzeptanz einer Verbindung bei den Radfahrern“, sagt der Radverkehrsbeauftragte des Landkreises Kassel, Stefan Arend. Der Kreis will deshalb gemeinsam mit den Kommunen stärker in die Verbesserung der Radwege im Landkreis investieren.

Ein Beispiel dafür ist der Radweg zwischen Lippoldsberg und Vernawahlshausen. Weil Regengüsse den Untergrund veränderten und eine steile Kuppe unsicher und schwer passierbar machten, musste dieser Teilbereich asphaltiert werden. Der Abschnitt wurde dadurch sowohl für den Alltagsradverkehr zwischen beiden Wahlsburger Ortsteilen wie auch für den Tourismus im Schwülmetal besser nutzbar.

Radwege im Landkreis Kassel: Lückenschlüsse statt Neubau

Weil den Kommunen für solche kleinen Lückenschlüsse oft das Geld fehle, helfe der Landkreis mit einem Zuschuss aus. In diesem Fall waren das über 26.000 der 53.000 Euro Gesamtkosten, was bei der Umsetzung sehr geholfen habe, wie Bürgermeister Jörg-Otto Quentin bei einem Ortstermin betonte. Der Schwerpunkt „Lückenschlüsse statt Neubau“ spiele derzeit eine wichtige Rolle in der Radverkehrsförderung, sagte Stefan Arend: „Wir wollen die vorhandenen Radwegverbindungen so gestalten, dass sie gut befahrbar sind“. So seien neben Wahlsburg auch Verbesserungen in Naumburg und Espenau gefördert worden.

Um das noch auszubauen, wird die bisherige Förderung des Landkreises Kassel nun um ein „Schlaglochprogramm“ erweitert. Damit sollen Schlaglöcher und Wurzelschäden in den Radwegen beseitigt und Bordsteine abgesenkt werden. Der Landkreis fördere damit erstmals auch Kleinstbeträge von beispielsweise 500 bis 1000 Euro, die schnell umgesetzt werden können, sagte dazu Uwe Koch, Leiter des Fachdienstes Verkehr und Sport des Landkreises. Die Kommunen müssten nun prüfen, was gemacht werden muss, ergänzt Arend. Gleichzeitig ist man auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, dass sie Schäden melden.

Beliebtes Ausflugsziel: Der Diemelradweg auf der alten Carlsbahntrasse bei Deisel.

Das ergänzt die auch auf Betreiben des Landkreises Kassel modifizierte Förderrichtlinie des Landes, die Radwege-Investitionen nun schon ab 20.000 Euro aufwärts mit bis zu 80 Prozent bezuschusst (Anträge zum Herunterladen bei mobil.hessen.de). Für alle Maßnahmen, die darunter liegen, können die Kommunen weiterhin beim Landkreis eine Unterstützung beantragen.

Für Wahlsburg ermöglicht das nun eine weitere Maßnahme am Schwülmetalradweg: Ein zwei Kilometer langes Stück ist feucht, uneben und schlecht befahrbar. Als Sofortmaßnahme sollen zunächst die Schlaglöcher beseitigt werden, dann soll Geld vom Land kommen für die Asphaltierung. Außerdem ist geplant, den Weserradweg im Bereich Lippoldsberg zu verbessern und einen Radweg nach Schoningen zu bauen und darüber hinaus die Anbindung ans Leinetal zu schaffen.

Förderungen werden verbessert

Bisher hat der Landkreis Kassel kleinere Maßnahmen und die Planungskosten für Radverkehr gefördert, weil das Land Hessen erst größere Projekte ab 50.000 und 100.000 Euro unterstützte. Auch auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH), der auch 20 Kommunen aus dem Landkreis Kassel angehören und in deren Führungsspitze der Kreis sitzt, wurden im vergangenen Jahr die Bagatellgrenzen gesenkt. Jetzt werden auch Investitionen ab 20.000 Euro vom Land bezuschusst, darunter erstmals auch Planungskosten. 

Die Radexperten des Kreises sind sich sicher, dass der Boom bei den Fahrrädern anhält, auch mit E-Bikes für Pendler oder mit Lastenrädern zum Einkaufen und Transport. Unter ökologischen Aspekten sei es wichtig, Fahrrad, Bus und Bahn zu vernetzen.

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