Wahlsburg beschließt: Kein Salz in Weser

Die Einleitung von Salzabwässern in die Oberweser lehnt die Gemeinde Wahlsburg ab. Unser Foto zeigt eine solche Einleitstelle an der Werra bei Philippsthal. Archivfoto:  dpa

Wahlsburg. Die Wahlsburger Gemeindevertreter haben ihre Ablehnung einer weiteren Versalzung von Werra und Weser bekräftigt.

Sie verabschiedeten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig eine Resolution gegen den sogenannten Vier-Phasen-Plan, den die schwarz-grüne Landesregierung mit der Kasseler K+S AG Ende vergangenen Jahres vereinbart hatte. Die Gemeinde wird keine Einleitung von Salzabwässern in die Oberweser und ein Stapelbecken im nördlichen Landkreis Kassel akzeptieren, heißt es in der Entschließung.

Der Vier-Phasen-Plan missachte die Qualitätsziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die einen guten ökologischen und chemischen Zustand aller europäischen Gewässer bis allerspätestens 2027 verlange. Nach dem Vier-Phasen-Plan sei allerdings nicht erkennbar, dass dieses Ziel bis 2075 für Werra und Weser erreicht werden könne, heißt es in der Resolution.

Mit der weiteren Verpressung der Kali-Abwässer in den Untergrund und der Fortsetzung der Aufhaldung von Salzrückständen würden Tatsachen geschaffen, „die zu einer mindestens noch Jahrhunderte andauernden Versalzung der Weser führen werden“, heißt es in dem Resolutionstext weiter. Technisch machbare und wirtschaftlich zumutbare Verfahren, mit denen eine abstoßfreie Kalidüngerproduktion verwirklicht werden könnte, würden in dem Plan nicht zur Kenntnis genommen.

Die Wahlsburger nehmen „mit Erleichterung zur Kenntnis, dass die Unterliegerländer Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen keinem Bewirtschaftsplan für die Weser auf Basis des Vier-Phase-Plans zustimmen wollen.

Den Gemeindevorstand hat das Parlament beauftragt, weiterhin alle politischen und juristischen Mittel zu nutzen, um die Einleitung der Salzabwässer in die Weser und den geplanten Salzsee zu verhindern. (geh)

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