Zwickmühle Windkraft

Gemeindevertreter stimmen Energiegenossenschaft zu

Wahlsburg. Hin- und hergerissen vom Thema Windkraft im Reinhards- und Bramwald waren die meisten Gemeindevertreter aus Wahlsburg bei ihrer jüngsten Sitzung.

Zum einen lehnen sie solche Anlagen auf eigenem Gebiet ab, wie bereits früher beschlossen. Zum anderen sollten sie über eine Übernahme des Anteils von Bürgermeister Jörg-Otto Quentin an der Energiegenossenschaft Reinhardswald abstimmen und waren dazu auch mehrheitlich bereit.

Die Energiegenossenschaft hatten die Bürgermeister der Reinhardswald-Anliegergemeinden im September 2012 gegründet, um bei einem eventuellen Zuschlag durch Hessen Forst, die Planung und Aufstellung von Windkraftanlagen mit einer möglichst breiten Akzeptanz und Bürgerbeteiligung vorzunehmen. Die Genossenschaft hat ein Angebot zur Aufstellung von 27 Windrädern im Reinhardswald abgegeben und ist damit einer von acht Bietern.

Quentin setzt auf Mitsprache

Bürgermeister Quentin stellte fest: „Es geht nicht darum, auf Teufel komm raus Windräder zu bauen, sondern darum, mitsprechen zu können.“ Gemeindevertreter Torge Grimm (Grüne Liste) war das nicht geheuer. „Das ist ein Widerspruch an sich“, führte er aus, „wir sind doch gegen diese Windräder.“

Die anderen Parlamentarier und auch der Bürgermeister gaben Grimm Recht, trotzdem fand sich später bei nur zwei Enthaltungen eine breite Mehrheit, dass die Gemeinde den Bürgermeister-Anteil von 1000 Euro übernimmt.

Zuvor hatte es eine kurze Diskussion gegeben. „Ich denke, wir haben kaum Chancen, diesen fahrenden Zug aufzuhalten“, meinte Quentin. Willi Reich (FWG) sah es so: „Ich stimme zu, aber wir werden den Zuschlag nicht erhalten. Die Großen werden dieses Geschäft machen und uns die Verspargelung vor die Nase setzen.“ Sebastian Keese (SPD) fand einen pragmatischen Ansatz für die Zwickmühle: „Wenn schon Windkraft im Reinhardswald, dann sollten auch die Bürger etwas davon haben.“ Und das könne nur die Energiegenossenschaft gewährleisten.

Zu den Themen Windkraft im Reinhardswald und Salzeinleitung in die Weser soll es in Wahlsburg demnächst Bürgerversammlungen geben, hieß es. Termine stehen noch nicht fest. (zno)

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.