Amtszeit von Jörg-Otto Quentin endet

Wahlsburg: Letzter Bürgermeister geht nach 18 Jahren in den Ruhestand

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Lieblingsplatz: Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin ist ein Autofan. Wenn er am Montag in den Ruhestand geht, hat er mehr Zeit fürs Schrauben beispielsweise an diesem Volkswagen Bulli T3 von 1989 mit Doppelkabine und Pritsche, den er in der eigenen Werkstatt gerade aufarbeitet.

Am Montag ist es soweit: Dann hat Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin nach 18 Jahren auf dem Chefstuhl seinen letzten Arbeitstag.

„Ab Mitternacht darf ich dann nichts mehr für die Gemeinde unterschreiben“, meint er. Bereut hat er den Wechsel von der Wirtschaft an die Verwaltungsspitze seiner Heimatgemeinde nicht, zumal ihm klar war, dass es eine Einbahnstraße war. „Die zwei Wiederwahlen waren deshalb mein festes Ziel. Mit 58 Jahren war ich noch nicht reif für die Pension“, meint der jetzt fast 64-Jährige.

Vorbild: Daniel Düsentrieb

Sein Vorbild war der ideenreiche Erfinder Daniel Düsentrieb aus den Disney-Comics. und als Ingenieur musste Quentin auch Ideenreichtum beweisen, aber später zudem Personal führen und Budgets planen, was ihm bei der Arbeit als Bürgermeister zugutekam. In beiden Jobs war zudem Teamarbeit nötig und es war ihm wichtig, etwas für die eigene Heimat zu tun.

Eine liebste Tätigkeit als Bürgermeister habe er nicht, dazu sei das Aufgabenfeld zu vielfältig. Spaß habe es ihm gemacht, wenn er trotz wenig Geld in der Gemeindekasse neue Projekte umsetzen konnte, auch wenn sie nicht riesig waren, aber den Menschen zugutekamen.

Neues Feuerwehrhaus und neue Grundschule während der Amtszeit gebaut

Als wichtigste Erfolge in seiner 18-jährigen Amtszeit sieht Quentin, dass der Bau der neuen Feuerwehr in der alten Grundschule in Lippoldsberg geklappt hat und auch eine neue Grundschule gebaut wurde. Da sei man zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle gewesen.

Auch auf den Bau des Altenzentrum mit neuen Arbeitsplätzen sowie die Ansiedlung des Nettomarktes aufgrund der neuen Schule ist er stolz. Und: „Auch dass wir die Klinik dank Hilfe des Landkreises in ruhigen Bahnen haben, ist wichtig.“ Er bedauert, dass in Vernawahlshausen viel Infrastruktur weggefallen ist. Der Ortsbeirat kämpfe aber mit großem Einsatz und lasse nicht nach.

Nicht gefallen hat ihm die Rolle des Überbringers schlechter Nachrichten, wenn es beispielsweise wieder weniger Geld gab. Quentin ist zwar nicht als flammender politischer Redner bekannt, sondern eher zurückhaltend und wechselt als äußerstes Zeichen von Emotion mitunter mal die Gesichtsfarbe in Richtung Rot. Doch richtig hineinsteigern kann er sich, wenn es um die Finanzausstattung der kleinen Kommunen geht, die Unausgewogenheit im Kommunalen Finanzausgleich und das Übermaß an aufgezwungener Bürokratie, dass die Verwaltung ersticke.

Die gewonnene Freizeit will er für Hobbys nutzen

In seiner künftigen Freizeit will sich Quentin mehr seinen Hobbys widmen, darunter Motorsportveranstaltungen wie die Rallye Monte Carlo besuchen („Da war ich seit 18 Jahren nicht mehr“) oder an seinen eigenen Oldtimern schrauben. Und er will, wie versprochen, sich wieder mehr in Vereinen engagieren und zum Beispiel singen.

Zur Person

Jörg-Otto Quentin, 1955 in Vernawahlshausen geboren, absolvierte eine Feinmechanikerausbildung, arbeitete als Dreher, holte das Abitur nach und studierte in Kassel zum Diplom-Maschinenbauingenieur. 

Von 1984 bis 1997 arbeitete er bei einer Messtechnik-Firma in Göttingen und war dann im Management einer opto-elektronischen Firma in Gleichen Gesamtvertriebsleiter. 2001 wurde er mit 60,4 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister in Wahlsburg gewählt, nachdem er im ersten Wahlgang bei fünf Gegenkandidaten 27,4 Prozent geholt hatte. 

2007 (zwei Gegenkandidaten) und 2013 (kein Gegenkandidat) wurde er jeweils mit klarer Mehrheit wiedergewählt. Quentin ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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