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Gottstreu feiert seinen 300. Geburtstag

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Von: Tanja Temme

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Eine Frauenmannschaft zieht in Gottstreu mit einem Seil einen Trecker.
Anstrengend: Bei extremen Temperaturen mussten die Mannschaften einen tonnenschweren Trecker entlang einer Straße ziehen. © Tanja Temme

Das von Waldensern gegründete Dorf Gottstreu feiert in diesem Jahr sein 300-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wurde mit einem fröhlichen Fünferkampf begangen.

Gottstreu – Das Festwochenende begann am Freitagabend: Mehrere Dutzend Menschen hatten sich zum Kranzbinden am Festplatz eingefunden. „Dafür haben wir Fichtenzweige aus dem Wald geholt, aus denen wir Girlanden gebunden haben“, erklärte Ulrich Kehler vom Festausschuss. Schon bei den vorangegangenen Ortsjubiläen hätten sie das so gemacht, dieser Schmuck sei in Gottstreu Tradition, ergänzte Kehler.

Neues Konzept

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Festen vor 25 und 50 Jahren haben sich die Bürger dieses Mal für ein neues Konzept entschieden. „Wir sind ein sehr kleiner Ort und inzwischen sind viele Bürger verstorben. Deshalb mussten wir schauen, wie wir das Fest stemmen können“, erklärte Ortsvorsteher Karsten Bock. Die Organisatoren hätten sich deshalb für mehrere kleinere Veranstaltungen entschieden. „Diesmal gibt es keinen Kommers, keinen Umzug und kein großes Drumherum, dafür aber mehrere kleine schöne Veranstaltungen“, sagte Kehler.

Lustiger Wettkampf

So starteten Bewohner und Gäste mit Spiel und Spaß: einem lustigen Fünferkampf am Samstagnachmittag. Neun Mannschaften traten in verschiedenen Disziplinen an. Sie zogen einen tonnenschweren Trecker, liefen auf Skiern, gaben schnellstmöglich Getränkekisten weiter und kippten eilig Bier und Wasser in die Kehlen. „Ich bin froh, dass sich noch genug Mitspieler gefunden haben, denn zu Beginn hatten sich gerade drei Mannschaften gemeldet, obwohl ich 30 Vereine angeschrieben hatte“, berichtete Kehler.

Viel Publikum hatten die Wettkämpfer allerdings nicht. Bei der Auftaktveranstaltung waren fast nur Teilnehmer dabei. Wie schon am Nachmittag stand auch am Abend der Spaß im Vordergrund. Dafür sorgten zwei Bands aus der Region, nämlich die Schülerband „Six Covery“ , in der junge Leute aus Weser- und Diemelorten musizieren, und „Tanzbar“ aus Vernawahlshausen.

Märchengottesdienst auf dem Festplatz

Der beliebte Märchengottesdienst, der schon an verschiedenen Orten ausgerichtet wurde, fand diesmal auf den Gottstreuer Festplatz statt. Pfarrer Christian Trappe leitete so den Festsonntag ein. Zwischen Bratwürstchen und Fischbude sorgten im Anschluss ein Zauberer für Unterhaltung und der Musikexpress Hemeln für Stimmung.

Eine Mannschaft des Festausschusses beim Fünferkampf mit Bierkisten.
Bierkiste weiterreichen und aufstellen: Auch Mitglieder des Festausschusses machten beim Fünferkampf mit. © Tanja Temme

Mitte August soll es unter der Überschrift „Kunst und Kulinarik“ eine weitere Veranstaltung im Geburtstagsjahr geben. „Da wir ja coronabedingt an Silvester nicht reinfeiern konnten, wollen wir zum Jahreswechsel wenigstens hinausfeiern“, kündigte Ortsvorsteher Bock an.

Hilfe von Sponsoren

Erfreut zeigte sich der zwölfköpfige Festausschuss über die Resonanz der Sponsoren: „Ich habe fast 60 Betriebe angeschrieben und die Hälfte davon hat uns für das Fest unterstützt“, hob Kehler hervor. „Sollte davon etwas übrig bleiben, so wird es in Gottstreu investiert.“

Eingeleitet wurde das Jubiläumsjahr im Frühjahr, als es um die besondere Geschichte des Ortes ging, dessen erste Bewohner französische Glaubensflüchtlinge waren. Das Nachbardorf Gewissenruh wurde zeitgleich gegründet, dort wird im September gefeiert. (Tanja Temme)

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