Wasserverband fällte alte Pappeln an Warme

Das rechte Ufer der Warme ist frei: Hier sind vom hessischen Wasserverband Diemel kürzlich alle Pappeln entfernt worden. Für die Liebenauerin Petra Stender ist das ein Kahlschlag, der so nicht hätte ausfallen müssen. Fotos:  Henke

Liebenau. Stark gelichtet hat sich der Uferbereich der Warme in Liebenau. Auf einem Abschnitt von einem Kilometer sind zahlreiche Bäume gefällt worden.

Petra Stender, die den Weg am Ufer täglich mit dem Rad befährt, kann es nicht fassen. „Das hier ist ein Kahlschlag, der das ganze Landschaftsbild beeinträchtigt.“ Warum die Baumfällung ein solches Ausmaß angenommen hat, „dass es aussieht wie auf einem Schlachtfeld“, kann die Liebenauerin nicht verstehen. Garnicht nachvollziehen kann sie, dass dagegen alte Bäume, die quer über den Flusslauf gefallen sind, nicht entnommen worden sind. Denn dort staue sich das Wasser und allerlei Unrat sammele sich an, weist Petra Stender auf Stellen in der Warme, die einem naturnahen Gewässer nicht entsprechen.

Verantwortlich für den Kahlschlag am Warmeufer ist der Hessische Wasserverband Diemel. Nach einer Gewässerrschau mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde sei hier dringender Handlungsbedarf festgestellt worden, sagt Wasserverbands-Geschäftsführerin Nicole Lipphardt. Denn die alten Pappeln mit viel Totholz in den Kronen hätten eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer dargestellt. „Da sind wir als zuständiger Verband in der Verkehrssicherungspflicht und müssen Gefahrstellen beseitigen“, sagt Lipphardt.

Das sieht auch Liebenaus Bürgermeister Peter Lange so. Es könne nicht so lange gewartet werden, bis etwas passiert, sagt Lange. Zudem seien die Pappeln schon lange hiebreif gewesen. „Die müssen dann auch mal geerntet werden.“

Auch aus Sicht der unteren Naturschutzbehörde gibt es keine Probleme mit der Fällung von Pappeln. „Die Pappel ist an Gewässern der falsche Baum“, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Standorttypisch seien hier Weiden und Erlen.

Genau solche Arten sollten im Frühjahr auf den Kahlflächen angepflanzt werden, sagt Wasserverbands-Geschäftsführerin Lipphardt. „Nicht nur in Liebenau, sondern dann auch in Zwergen, wo vor zwei Jahren schon Pappeln an der Warme entnommen wurden.“ (geh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.