Die Bühne spielt am Wochenende ihr neues Stück - Wahnsinn in „Pension Schöller“

Wenn verrückt normal ist

Verplappert: Gutsbesitzer Klapproth (Thomas Otterpohl) tischt der neugierigen Schriftstellerin (Tina Hancken) eine frei erfundene Familiengeschichte auf und muss anschließend höllisch aufpassen, um sich nicht zu verraten. Hinten naht schon der spleenige Großwildjäger (Christian Knoche) als nächste Herausforderung. . Foto: Thiele

Hofgeismar. „Die sind verrückt. Alle verrückt“, entfährt es dem Hauptdarsteller, und er schlägt sich auf die Schenkel vor Vergnügen. Verrückt, ja, so geht es zu in der Pension Schöller, die jetzt die Hofgeismarer Theatergruppe Die Bühne inszeniert. Doch was zu Klamauk verleiten könnte, nehmen die anspruchsvollen Theatermacher der Bühne ernst - sie loten die Figuren dieser Posse aus. „Eine Komödie zu spielen ist viel schwerer als ein Drama“, gesteht Christel Frank, die sich als Tochter des Pensionsbesitzers verlieben darf.

Die Pension Schöller strotzt nur so vor Verwicklungen, deren zunehmende Verstrickungen der Zuschauer mit Spannung verfolgt. In der immerhin schon 120 Jahre alten, immer noch frischen Posse dreht sich alles um den Gutsbesitzer Philipp Klapproth (mit voller Präsenz gespielt von Thomas Otterpohl), der einen Besuch im sündigen Berlin unternimmt.

Einmal ins Irrenhaus

Er möchte unbedingt einmal ein Irrenhaus kennenlernen, und er bekommt die gediegene Pension Schöller als vermeintliche Nervenheilanstalt vorgestellt. Dort lernt Klapproth so skurrile Gestalten wie einen Großwildjäger (Christian Knoche), eine überdrehte Schriftstellerin (Tina Hancken) und einen kaltgestellten, aber hochgereizten Major (Dieter Dotzert) kennen sowie den mit einem folgenschweren Sprechfehler geschlagenen Bruder (Klaus Hass) des Pensionsbesitzers Schöller (Danny Frank).

Elvira Löber spielt Klapproths etwas überspannte Schwester, Gerald Walter seinen klammen Neffen, der die ganze Betrügerei gemeinsam mit dem Kellner (Torsten Neubacher) ins Rollen bringt.

Ab sofort werden alle Äußerungen doppeldeutig, die Gespräche werden zu einem gefährlichen Pflaster, sehr zum Vergnügen des Publikums, das den Windungen der von Klaus Hass inszenierten Geschichte mit Schmunzeln und oft auch lautem Lachen folgt. Aufführungen: Freitag und Samstag, 27. und 28. Mai, jeweils ab 20 Uhr, Stadthalle Hofgeismar (Einlass 19 Uhr), freie Platzwahl. Karten: 12 Euro, Vorverkauf in der Touristinformation, der Eule und bei der HNA.

Von Thomas Thiele

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