Passagiere mussten von Bord geholt werden

Weserschiff Hessen bei Eröffnungsfahrt liegen geblieben

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Ungewöhnlicher Ausstieg: Von der Hessen mussten die Fahrgäste auf einen Getreidewagen gehen, der sie ans Ufer brachte.

Lippoldsberg. Das Weserschiff Hessen ist am Sonntagnachmittag bei der Eröffnungsfahrt nahe Lippoldsberg liegen geblieben. Die etwa 150 Passagiere mussten an Land geholt werden.

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 19.11 Uhr - Ein ungeplantes Ende hatte am Sonntag die Saison-Eröffnungsfahrt des Fahrgastschiffes Hessen am Weser-Ufer in Lippoldsberg. Das Schiff hatte einen Hydraulikschaden und war damit laut Kapitän Oliver Groß nicht mehr manövrierfähig. Gegen 15.30 Uhr war das Schiff mit Verspätung wegen Hochwassers aus Bodenfelde kommend noch bis an die Anlegestelle gekommen. Nach dem Festzurren der Seile ging dann aber gar nichts mehr.

Bis zum rettenden Ufer waren es zwar nur knapp drei Meter. Die waren aber wegen der Höhe zwischen Schiff und Ufer unüberwindbar. Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin stand am Ufer und organisierte über den Fährmann Hilfe, weil die Feuerwehr für so einen Fall nicht ausgerüstet sei, wie er sagte.

Die Brüder Sven und Sascha Schrick kamen mit einem großen Trecker mit Anhänger und begannen zusammen mit der Besatzung des Fahrgastschiffes mit der Evakuierung. Zwar gab es einige Gäste an Bord, die mit der Entwicklung offensichtlich unzufrieden waren, aber „es ging ja gar nichts anderes“, sagte Quentin. „Wir mussten die Leute ja unbeschadet von Bord holen.“ Die Gäste des Schiffes behielten die Ruhe und ließen sich helfen, als die Schrick-Brüder ihren Anhänger nur wenige Zentimeter von der Schiffswand entfernt positioniert hatten. Dann wurde das Gatter des Schiffes geöffnet und die Passagiere stiegen nach und nach in Etappen auf den Getreideanhänger um.

Praktische Hilfe an der Weser: Über eine Trittleiter mussten die rund 150 Fahrgäste und Besatzungsmitgliedern des Fahrgastschiffes „Hessen“ vom Erntewagen absteigen. Helfer standen bereit und alle überstanden die Evakuierung unverletzt.

Nach etwa 50 Metern Fahrt hielt das Gespann auf dem Wohnmobilstellplatz an und man half den Fahrästen über eine Trittleiter von der Ladefläche herunter. Unverletzt erreichten so alle Passagiere wieder festen Boden unter den Füßen.

Die Laune an Bord sei wegen des strahlenden Sonnenscheins und der Musik gut gewesen, hieß es von Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski, der als Wilder Jäger Hackelberg mit seiner Frau und Reinhard Papesch als Salzsieder in Bodenfelde für die Fahrt flussaufwärts zugestiegen war.

Eigentlich sollte die „Hessen“, die gegen 10 Uhr in Bad Karlshafen gestartet war, bis nach Oedelsheim schippern und wieder umkehren. Dort warteten etliche Schaulustige jedoch vergeblich. Das Fahrgastschiff liegt erst mal fest in Lippoldsberg, hieß es vom Kapitän. Am Montag müsse man sehen, ob das Schiff an Ort und Stelle repariert werden könne oder abgeschleppt werden müsse.

150 Passagiere des Schiffes Hessen über Trittleiter evakuiert

150 Passagiere des Schiffes Hessen über Trittleiter evakuiert
 © Dumnitz
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Das Weserschiff Hessen

Das Weserschiff Hessen wurde im Jahr 1992 in Oberwinter am Rhein gebaut. Das Schiff hat eine Länge von 33 Meter, eine Breite von 8,80 Meter und einen Tiefgang von 0,58 Metern. Angetrieben wird das Schiff von zwei Schiffsdieseln mit je 251  PS und mit einem Bugstrahl. Auf der "Hessen" finden 250 Passagiere Platz. Neben Themenfahrten - wie etwa Frühschoppenfahrten, sind auf dem  Weserschiff auch Hochzeiten möglich.

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