Debatten um Windpark bei Oedelsheim

Wesertal-Bürger beziehen Position gegen Windkraftpläne

Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark bei Oedelsheim
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Um Planung, Bürgerbeteiligung und Umweltfolgen drehten sich die Diskussionen bei der Windkraft-Infoveranstaltung in Oedelsheim.

Nach einer ersten Online-Veranstaltung im April fand jetzt die erste Live-Veranstaltung zum neuen Windpark bei Oedelsheim statt.

Wesertal - 50 Personen nahmen am Donnerstag in der Oedelsheimer Sporthalle am Infoabend zum geplanten Bau von sechs Windkraftanlagen im Wald zwischen Arenborn und Oedelsheim teil. Etwa zehn Fragesteller wollten von den Planern des norwegischen Energiekonzerns Statkraft weitere Details wissen.

Bürgermeister Cornelius Turrey machte in der fast dreistündigen Veranstaltung deutlich, dass die politischen Parteien der Gemeinde Wesertal und viele Bürger zwar nicht gegen Windkraft sind, aber gegen Anlagen im Wald.

Kritische Fragen

Mit Beifall hatten die Planer vom Windkraftunternehmen Statkraft nicht gerechnet, obwohl sie die Sporthalle in Oedelsheim am Donnerstagabend professionell hergerichtet und coronakonform ausgestattet hatten. Bei der Infoveranstaltung zum Windpark Rappenhagen schlugen ihnen jedoch nur kritische Fragen und Positionen gegen die sechs geplanten Windräder im Wald bei Oedelsheim entgegen.

Projektleiter Markus Schoppmann

Claus Urbanek (Leiter der Solar- und Windparkprojektentwicklung des norwegischen Unternehmens in Deutschland) und Projektleiter Markus Schoppmann, der schon den Windpark Hofgeismar auf den Weg brachte (damals noch für Wpd), präsentierten anhand von Grafiken die Grundlagen des Projektes. Die sechs Anlagen sollen direkt an vorhandenen Hauptforstwegen entstehen. Anfang 2022 sollen die Konflikte mit Tieren geklärt sein, bis April die Windmessungen, im Sommer werde der Anlagentyp ausgewählt, Ende 2023 der Genehmigungsantrag gestellt. Bau und Inbetriebnahme sind 2025 geplant. Es soll jährlich eine Infoveranstaltung stattfinden.

Bürger können Anteile kaufen

Schoppmann stellte vor allem die Bürgerbeteiligungen vor, bei denen diese sich entweder über ein Genossenschaftsmodell an einer eigenen Anlage beteiligen können oder mit Anteilen zwischen 500 und 10 000 Euro pro Person, wofür sie dann Zinsen erwarten können. Seit gestern können sich Interessierte online vormerken lassen (beteiligung.statkraft.de).

Marcus Götz (Oedelsheim) bezeichnete dies als „unmoralisches Angebot“, weil die Zahlen nur gemittelt seien und den wirtschaftlichen Einschnitt nicht ausglichen.

Neue Fotomontagen

Etliche Fakten waren bereits aus der Onlineveranstaltung und der Diskussion im Frühjahr bekannt. Neu waren „nach aktuellsten Richtlinien“ erstellte Fotomontagen, mit denen Schoppmann zeigte, wie die Anlagen sich in der Landschaft und aus Sicht der Orte Arenborn und Oedelsheim aus verschiedenen Blickwinkeln und Abständen präsentieren würden. Diese und weitere Ansichten zeigt das Unternehmen ab sofort auf seiner Internetseite.

Bürgermeister Turrey

Ein Kernpunkt vieler Fragen der Zuhörer war die Befürchtung, von Windanlagen umschlossen zu sein, wenn auch im Reinhardswald gebaut werde. Moderator Dierk Jensen sprach von einer Empfindungssache, die sich in der Realität dann relativiere. Bürgermeister Cornelius Turrey unterstrich, wie andere Redner auch, dass man Waldbrände und Folgen für den Tourismus fürchte und der geschädigte Wald nicht weiter belastet werden dürfe.

Die Windkraftplaner rechneten CO2-Bindung und Aufforstung dagegen, die Frage nach Fundamentrückbau blieb unbeantwortet. Irritiert waren die Zuhörer, als Helga Winter von der Energiegenossenschaft Söhre sagte, dass man durch die Beteiligung Geld verdienen könne und sie die Anlagen jetzt sogar schön finde. (Thomas Thiele)

Info: statkraft.de/windpark-rappenhagen

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