Ein Jahr Bauzeit am Berg

1,2-Millionen-Baustelle in Lippoldsberg hat begonnen

Ein Bagger arbeitet in der Bergstraße in Lippoldsberg.
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Seit Dienstag wird die Bergstraße in Lippoldsberg für eine grundhafte Erneuerung aufgebaggert. Hier nimmt Baggerfahrer Thomas Hausmann die Asphaltschicht unter den Löffel.

Die auf absehbare Zeit größte Baustelle in der Gemeinde Wesertal ist gestartet. Die Baggerarbeiten für die Erneuerung der Bergstraße im Ortsteil Lippoldsberg haben begonnen.  

Lippoldsberg - Die 450 Meter lange Baustelle wird in drei Bauabschnitten abgearbeitet und wird voraussichtlich ein Jahr andauern. Bei der Baumaßnahme werden die Wasserleitung, der Regenwasserkanal und Teile des Schmutzwasserkanals erneuert sowie Stromleitungen und Leerrohre für Internet und Fernmeldeleitungen verlegt. Im ersten Bauabschnitt zwischen Schwülmebrücke und Platz werden zudem vier defekte Hausanschlüsse erneuert.

Im Untergrund sollte es laut der Probebohrungen keine Überraschungen geben, hofft Polier Uwe Büttner. Die Baugrube wird bis zu zwei Meter tief ausgebaggert. Der Regenwasserkanal wird von derzeit 250 Millimeter auf 300 Millimeter sowie 400 Millimeter im 3. und letzten Bauabschnitt zwischen Schulstraße und Mühlengrabenbrücke erweitert. Grund ist die Zunahme der versiegelten Flächen, wodurch mehr Wasser anfällt.

Gehwege für den Schulweg

Weil die Bergstraße offizieller Schulweg ist, werden durchgängig Gehwege angelegt. Rechtsseitig soll er 1,50 Meter breit werden, mit Ausnahme einer Engstelle im ersten Bauabschnitt.

In diesem Bereich, wo der Einmündungsbereich in die Mühlenstraße schon seit einer Erneuerung vor einigen Jahren mit Betonsteinen gepflastert war, wurde die anschließende Asphaltdecke der Bergstraße bereits abgefräst. Darunter kam ein großes Stück altes Sandstein-Straßenpflaster zutage, für das es laut Gemeinde Wesertal keine Verwendung mehr gibt. Es wird zunächst zwischengelagert und soll dann, da es lange den Einflüssen des Straßenverkehrs ausgesetzt war, entsorgt werden. Einige Interessenten für die Pflastersteine haben sich allerdings schon bei der Gemeinde gemeldet.

Notversorgung für Häuser

Im ersten Bauabschnitt wurde für die Zeit der Bauarbeiten bereits eine Notwasserversorgung für die Häuser eingerichtet. Die Bauarbeiten werden im laufenden Betrieb der Kanalleitungen vorgenommen, es wird provisorische Pumpleitungen geben und man hofft, dass es dann möglichst wenig regnet, meint Polier Uwe Büttner.

Für den Durchgangsverkehr wird die Straße gesperrt bleiben. Die Anwohner sollen, mit ganz wenigen Ausnahmen, während der gesamten Baumaßnahme ihre Grundstücke erreichen können. Man werde den Baustellenbetrieb so einrichten, dass die Zufahrten gewährleistet werden. Dazu zähle auch, dass die Löcher jeweils vor einem Wochenende weitgehend wieder verfüllt sind. Die Einwohner wurden darüber informiert, dass Lkw-Lieferungen, beispielsweise Brennstoffe, möglichst vorher angemeldet werden, damit die Baufahrzeuge dafür Platz lassen können. Mülltonnen sollen jeweils an den Absperrungen am Ende der Bauabschnitte abgestellt werden, damit sie für die Müllsammelfahrzeuge erreichbar sind.

Eine der ältesten Straßen

Die Vorbereitungen für die Baumaßnahme in einer der ältesten Straßen Lippoldsberg dauerten Jahre. Weil es zu dem Vorhaben, das 1,2 Millionen Euro kostet, einen Landeszuschuss von 350 000 Euro gibt, waren Anträge und lange Wartezeiten nötig. Mit der Übergabe des Zuschussbescheides waren aber, wie der beauftragte Bürgermeister Cornelius Turrey erläutert, Auflagen mit einem engen Zeitplan zur schnellen Umsetzung verbunden. Die Anlieger müssen nach den Angaben im Haushaltsplan mit 500.000 Euro Anteil rechnen, wobei die Verteilung aber noch nicht feststeht, da dazu nochmals Vermessungen nötig sind.

Mit der Sanierung der Brauhaus-, Markt- und Bergstraße seien laut Turrey die größten Vorhaben in Lippoldsberg erledigt. Kopfzerbrechen bereiten dann noch einige verwahrloste Fachwerkhäuser an der Marktstraße.

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