Landesstraße zwischen Gieselwerder und Oedelsheim

Wichtige Verbindung fürs Wesertal wird saniert und für sechs Monate gesperrt

Abschnitt zwischen Gieselwerder und Oedelsheim der Landesstraße 561.
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Sanierungsbedürftig: Auf dem Abschnitt zwischen Gieselwerder und Oedelsheim ist die Landesstraße 561 beschädigt. Schon seit längerer Zeit ist die Fahrbahn auf der Talseite an zwei Stellen halbseitig gesperrt.

Die Landesstraße 561 ist eine wichtige Verbindung im Wesertal. Für den regionalen Verkehr schafft sie auf der östlichen Flussseite den Anschluss von Nordhessen ans südniedersächsische Oberzentrum Göttingen.

Gieselwerder/Oedelsheim – Im Ortsverkehr sorgt sie für die direkte Erreichbarkeit der Wesertaler Ortsteile Oedelsheim, Heisebeck und Arenborn. Doch ab Mitte dieses Monats wird der Streckenabschnitt zwischen Gieselwerder und Oedelsheim auf einer Länge von 1,7 Kilometern für voraussichtlich ein halbes Jahr lang gesperrt. Hier muss die Straße tiefgründig saniert werden. Hier das Wichtigste dazu im Überblick:

Die Vorgeschichte

Schon seit einigen Jahren deuten zwei halbseitige Absperrungen auf der Talseite auf massive Schäden in der Fahrbahn hin. „Diese Schäden resultieren aus den schwierigen Bodenverhältnissen im Untergrund“, sagt Marco Lingemann, Sprecher beim Landesbetrieb Hessen Mobil in Korbach. Geologen hätten ermittelt, dass die Standsicherheit der Straße nicht mehr in vollem Umfang gegeben sei. Deshalb sei es an der Zeit, die Straße zu sanieren, so Lingemann.

Das Bauverfahren

Auf Basis der geologischen Untersuchungen sei ein besonderes Bauverfahren gewählt worden. Danach ist vorgesehen, dass zur Böschung auf der Talseite das Erdreich im Mittel bis zu einer Tiefe mit einem Spezialzement angereichert wird. In Teilbereichen wird der Boden sogar bis auf über fünf Meter Tiefe stabilisiert werden müssen. „Hydrozementationsverfahren“, nennen die Fachleute diese Technik. Im Verlauf der Bauarbeiten müssten etwa 25 000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden, sagt Lingemann. Die Sanierung lässt sich Hessen rund 3,8 Millionen Euro kosten.

Die Sperrung

Für den Verkehr ist die Vollsperrung der L 561 nicht unproblematisch. Betroffen sind der Schülerverkehr zu den Schulen nach Bad Karlshafen und Hofgeismar, der Öffentliche Personennahverkehr und auch die Berufspendler. In einem Termin vor Ort haben Vertreter der Gemeinde Wesertal, von Hessen Mobil, NVV, der Verkehrspolizei Kassel, des Landkreises und von Busunternehmen die Situation erörtert.

„Dabei hat sich herausgestellt, dass unser Vorschlag, für den Zeitraum der Arbeiten den parallel zur Landesstraße verlaufenden Radweg für Linienbusse zu nutzen, nicht praktikabel ist“, sagt Wesertals Bürgermeister Cornelius Turrey. Der Radweg sei maximal nur 3,50 Meter breit und mit mehreren engen Kurven versehen. Begegnungsverkehr sei hier kaum möglich. „Hier regelmäßig Kraftfahrzeuge verkehren zu lassen, würde Radfahrer zu stark gefährden“, sagt der Bürgermeister.

Doch eine Ausnahme soll es geben: Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen sollen den Radweg im Einsatzfall nutzen dürfen.

Die Umleitung

Die Busse des Schülerverkehrs und des Öffentlichen Nahverkehrs sowie der Privatverkehr werden während der Bauphase von Oedelsheim aus den Weg über Arenborn, Heisebeck, Offensen, Vernawahlshausen, Verliehausen und Lippoldsberg in Richtung Gieselwerder nehmen müssen. „Einmal um den Berg herum“, sagt Turrey. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Busse für die Umleitung etwa 25 Minuten mehr Zeit einplanen müssen. Da die Bauarbeiten etwa mit dem Beginn der hessischen Schulferien aufgenommen werden sollen, wird der Schülerverkehr sich erst sechs Wochen später auf die neue Situation einstellen müssen.

Der Lkw-Verkehr wird indes weiträumig über Uslar, Beverungen und Bad Karlshafen umgeleitet.

Die Alternativen

Während der NVV und die Busunternehmen derzeit noch an Alternativrouten und Fahrplänen für den ÖPNV tüfteln, ist für die Pflegedienste im Wesertal eine Lösung greifbar: „Wir schlagen vor, dass die Pflegedienste die Fähre in Oedelsheim nutzen,“ sagt Bürgermeister Turrey. Doch auch dies müsse noch mit den Fährleuten, die in den Sommermonaten an den Wochenenden fahren, abgesprochen werden.

Was den Weserradweg betrifft, so soll dieser wie bisher auch von den Landwirten, die in diesem Bereich Flächen haben, genutzt werden können. (Gerd Henke)

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