Polizeiseelsorger-Konferenz in Hofgeismar

Wie können Polizeipfarrer Populismus entgegenwirken?

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Populismus bei der Polizei: Wie Kirche und Polizeiseelsorge damit umgehen können, haben (von links) der Vorsitzende der Konferenz Evangelischer Polizeipfarrer, Uwe Köster, Altbischof Markus Dröge, Moderator Christian Fischer und der Beauftragte für Berufsethik Werner Schiewek bei einer Pressekonferenz erörtert. 

Die evangelischen Polizeipfarrer haben in Hofgeismar getagt. Die Konferenz unter dem Motto „Von der Faszination einfacher Antworten“ hat sich mit Populismus bei der Polizei beschäftigt.

Populismus breitet sich in der Gesellschaft aus. Auch die Polizei sei davon nicht ausgenommen, sagt Pastor Uwe Köster, Vorsitzender der Konferenz der evangelischen Polizeipfarrer und Pfarrerinnen.

Wie Polizeipfarrer damit umgehen können, sei ein Thema, das ihn und seine Kollegen in der alltäglichen Arbeit beschäftige, sagt Köster. Daher hat sich die diesjährige Konferenz unter dem Motto „Von der Faszination einfacher Antworten“, die in den vergangenen Tagen in Hofgeismar stattgefunden hat, damit auseinandergesetzt.

Polizisten stark machen gegen Populismus

Den Polizeiseelsorgern begegne das Thema in ihrer Arbeit immer wieder, sagt Köster. „Es gibt populistische Äußerungen aus der Polizei heraus, aber es ist nicht signifikant mehr als in der Gesamtbevölkerung.“ Mit den Polizisten, die extremistische Einstellungen haben, hätten die Seelsorger eher selten direkt zu tun. Es gebe jedoch Polizisten, die auf sie zukämen und berichteten, dass sie die Stimmung in ihrer Dienstgruppe nicht mehr tolerieren könnten.

Unsere Aufgabe ist es „die Kollegen zu stärken und zu begleiten“, wenn sie so etwas öffentlich ansprechen, sagt Köster. Gleichzeitig gebe es in solchen Fällen auch immer einen institutionellen Handlungsbedarf.

Was den Pfarrern wichtig ist: Eine Mehrheit der Polizisten habe keine populistischen oder rechtsextremen Haltungen. Doch es gebe eine schweigende Mitte. „Unser Anliegen ist es, die Kollegen in der Fläche starkzumachen, darauf aufmerksam zu werden und nicht darüber hinwegzuschauen“, erklärt der Beauftragte der Evangelischen Kirche für Berufsethik, Werner Schiewek. Es sei wichtig, eine klare Position zu beziehen, auch vonseiten der Kirche.

Um gegen Populismus vorzugehen, sei es wichtig, ein Klima zu schaffen, in dem sich die Polizei damit auseinandersetzt, denn das geschehe eher selten, sagt Schiewek. Doch der Beauftragte für Ethik sieht eine positive Entwicklung: „Es ist eine Frage, die sich die Polizei zunehmen selbst erlaubt.“

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