Windkraft: Hessen Forst stoppt Bieterverfahren

So schnell wird dieses Szenario nicht Wirklichkeit:
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So schnell wird dieses Szenario nicht Wirklichkeit: Erst der Teilregionalplan Energie, den die Regionalversammlung im Herbst beschließen soll, wird die Flächen zur Windenergienutzung im Reinhardswald festlegen. Die Fotomontage der Bürgerinitiativen zeigt die Ansicht von Lippoldsberg in Richtung Reinhardswald.

Hofgeismar. So schnell werden keine Windräder im Reinhardswald gebaut. Der Landesbetrieb Hessen Forst hat jetzt das Bieterverfahren für zwei Windkraftstandorte im Reinhardswald gestoppt. Das hat die Energiegenossenschaft Reinhardswald mitgeteilt.

Dr. Norbert Teuwsen, Leiter des Forstamtes Reinhardshagen, bestätigte am Freitag auf Anfrage der HNA diese Mitteilung. Das Verfahren sei gestoppt worden, weil jetzt mit der Vergabe von Flächen für den Bau von Windrädern „nicht Fakten geschaffen werden sollen, die hinterher kritisch zu betrachten sind“. Teuwsen spielte damit auch auf die Erkenntnisse an, dass viele Bodendenkmäler im Reinhardswald liegen.

Sieben Unternehmen

An dem Ausschreibungsverfahren für die beiden Windkraftvorranggebiete Steinkopf und Farrenplatz bei Gottsbüren hatten sich neben der Energiegenossenschaft Reinhardswald sieben Unternehmen beteiligt. Der Energiegenossenschaft, an der sieben Anrainer-Kommunen des Reinhardswaldes habe der Zuschlag nicht erteilt werden können, sagt Teuwsen, weil sie nicht die besten Konditionen bieten konnte. Im klartext: Andere Bieter waren bereit höhere Pachtpreise für die ausgeschrieben Flächen zu zahlen.

Weil aber regionale Unternehmen bei der Nutzung der Windkraft beteiligt werden sollen, machte Hessen Forst der Energiegenossenschaft den Vorschlag, mit einem der anderen - für die Genossenschaft unbekannten - Bieter zu kooperieren. „Dieses Angebot haben wir ausgeschlagen, da wir die regionale Verankerung und Wertschöpfung darin gefährdet sahen“, erklärt Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor, Sprecher der Energiegenossenschaft „Wer kauft schon die Katze im Sack“, sagt Sutor.

Nun wollen alle Akteure die Entscheidung der Regionalversammlung abwarten, die den Teilregionalplan Energie im Herbst dieses Jahres verabschieden soll. „Das begrüßen wir ausdrücklich“, sagt Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann, einer der Initiatoren der Genossenschaft. Bachmann wertet den Stopp des Bieterverfahrens durch Hessen Forst als Erfolg. „Wenn die Genossenschaft nicht wäre, dann wären die beiden Flächen jetzt an fremde Investoren vergeben worden - und die Region hätte nichts davon.“

Sollten nach Verabschiedung des regionalen Energieplans tatsächlich Flächen im Reinhardswald für die Windenergie bereit gestellt werden, dann werde sich die Genossenschaft wieder an einem Bieterverfahren beteiligen. „Unser Ziel bleibt es, für die Region und den Reinhardswald mit seinen Bürgern die bestmögliche Lösung zu erreichen“, sagt Bachmann.

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