Windkraft im Wald: Gegner wollen sich mehr Gehör verschaffen

Stinksauer und sehr aktiv: Regelmäßig kommen die Mitglieder des Aktionsbündnisses Märchenland zusammen. Künftig wollen sie sich mehr Gehör bei der Regionalversammlung Nordhessen des Regierungspräsidiums verschaffen. Foto: Temme

Lippoldsberg. Wenn es um Windkraft geht, sollten nicht nur Vertreter von Energiekonzernen zu Wort kommen, sondern auch Gegner ihre Meinung kundtun dürfen. So jedenfalls sehen dies die rund 40 Mitglieder des Aktionsbündnisses Märchenland.

Nur wenig Gehör konnte sich eine kleine Delegation von ihnen vor kurzem bei der Regionalversammlung Nordhessen des Regierungspräsidiums verschaffen. Bei einem Treffen in Lippoldsberg wurde nun diskutiert, wie die Windkraftgegner künftig mit solchen Situationen umgehen wollen.

Wollen angehört werden

Dabei wollen sich die Aktivisten, von denen viele den Bürgerinitiativen Pro Märchenland und Pro Reinhardswald angehören, künftig mehr Gehör verschaffen. Mehr wolle man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, erklärte Bernhard Klug.

Dabei sei ihnen nun erstmals bei der Sitzung eine konkrete Zahl genannt worden, nämlich 52 Anlagen, die für den Reinhardswald geplant seien, sagt Elke Schulten.

Aussagen von Michael Gerst, Betriebsleiter Hessen-Forst, wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen und übermittelt: Man werde keine Flächen für Windkraft zur Verfügung stellen, wenn klarer Widerstand in den Anrainer-Kommunen ersichtlich sei, hieß es. Die anstehenden Wahlen wollen die Mitglieder des Aktionsbündnisses auch für ihre Sache nutzen. „Ganz klar wollen wir von jedem Politiker, der mit unserem Bereich zu tun hat, hören, ob er für Windkraft im Reinhardswald ist“, erklärte Klug. Diese Wahlprüfsteine müssten sie auslegen, damit die Bürger mehr Klarheit bekämen.

Vor großem Optimismus warnte Karl-Heinz Dworak. Er habe mehrmals die Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer (SPD) zu verschiedenen Themen angeschrieben, allerdings nie eine Antwort bekommen.

Grundsätzlich kritisiert wurde auch die Energiegenossenschaft Reinhardswald, die die Bürgermeister mehr oder weniger im Alleingang, also ohne Zustimmung der Gemeindemitglieder ins Leben gerufen hätten.

Schließlich lobten die Aktivisten auf dem Treffen noch den Windenergie-Widerstand, der sich langsam in Hofgeismar, Kelze und Hombressen formiert.

Dass sie nicht für Atomkraft seien und auch nicht grundsätzlich gegen Windkraft, sei den Mitgliedern wichtig, hieß es. „Nur, dass schützenswerte Bereiche zu Industrielandschaften werden, ist nicht der richtige Weg“, so Klug.

Von Tanja Temme

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