Bestände größer als angenommen

Windkraftanlagen: Rotmilane bedrohen Pläne in Reinhardswald und Bramwald

Reinhardswald. Windkraftkritiker haben Raubvogelsichtungen aufgelistet. Danach gibt es in der Region deutlich größere Bestände als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung, die Bürgerinitiativen, Jäger, Vogelkundler und Naturschützer erstellt haben

In den Ergebnissen sehen sie ein Argument gegen den Bau von Windkraftanlagen im Reinhardswald.

Vom 10. Mai bis zum 20. Juni meldeten 66 freiwillige Beobachter 507 Rotmilanbewegungen. Die Sichtungen erstreckten sich relativ gleichmäßig über das Gebiet. Wie groß die Bestände wirklich sind, kann die Stichprobe nicht zeigen. Das wissen auch die Autoren. Die reale Zahl der Tiere sei vermutlich größer, weil in der Brutzeit ein Milan immer den Horst bewache. Klar sei, dass damit Reinhardswald und Bramwald zu den dichtbesiedelsten Gebieten Hessens zählen. Ihre Forderung: Es müsse über das Thema Windräder und Rotmilane geredet werden. Denn der Raubvogel sei besonders durch den Vogelschlag gefährdet - den Zusammenstoß mit Windkraftanlagen. Dass die Raubtiere überdurchschnittlich oft so ums Leben kommen, ist in der Tat bekannt.

Im Reinhardswald sollen Flächen in erheblichem Umfang für den Bau von Windkraftanlagen zur Verfügung stehen. Wo, das regelt der Teilregionalplan Energie, der gerade beim Regierungspräsidium (RP) in Arbeit ist. Mit ihrer Erhebung zielen die Naturschützer darauf ab, diesen Plan zu beeinflussen. Zwar wurde das Vorkommen von Vögeln im Entwurf berücksichtigt, aber nur auf Basis veralteter und unzureichender Daten, sagen die Windkraftkritiker. Die Auswirkungen für die Großvögel würden „unverantwortlich stark unterschätzt und verharmlost“.

„Soweit es geht, werden die Ergebnisse noch berücksichtigt“, sagt RP-Sprecher Michael Conrad. In jedem Fall würden sie bei der Offenlegung des zweiten Entwurfs des Teilregionalplans berücksichtigt.

Von Göran Gehlen

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