BIs schreiben an Grebensteiner Stadtverordnete

Offener Brief an Stadtverordnete:Kein Grund zur Eile beim Thema Windkraft

Grebenstein/Oberweser. Mit einem offen Brief haben sich die Bürgerinitiativen des Kantigen Tisches an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grebenstein gewandt.

Anlass dieses Briefes ist die für Montag, 9. November, angekündigte Beschlussfassung über den bereits geschlossenen Kooperationsvertrag der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGRW) mit der Stadtwerkeunion Nordhessen (SUN) und der EAM sowie die hieraus resultierende Einstellung von 40 000 Euro in den Haushalt 2016.

Die Initiativen weisen darauf hin, dass dieser Kooperationsvertrag ausschließlich der Tatsache geschuldet sei, dass die EGRW bei dem bereits im Jahr 2013 durchgeführten Bieterverfahren nicht zum Zuge gekommen ist und im Nachgang die Empfehlung ausgesprochen wurde, mit dem Gewinner des Verfahrens zu kooperieren. Dies sei ein eindeutiger Hinweis darauf, dass sich die seitens der EGRW immer wieder herausgestellte Einflussnahme auf die Planungen im Reinhardswald nur in Abhängigkeit von einem Global-Player umsetzen lasse, erklärteam Wochenende Gabriele Niehaus-Uebel (Hann. Münden) als Sprecherin des kantigen Tisches.

Mit neben der EGRW noch sieben weiteren Bietern beziehgungsweise Investoren sei die Nachfrage nach den Standorten im Reinhardswald zudem aufgrund der geringen Windhöffigkeit eher sehr verhalten, heißt es weiter in dem offenen Brief..

Aus Sicht der Bürgerinitiativen sei derzeit keinerlei Eile für eine Beschlussfassung geboten. Für einige der im Teilregionalplan Energie Nordhessen geplanten Vorranggebiete zur Errichtung von Windenergienlagen wird es eine weitere Offenlegung geben. Mit der endgültigen Festlegung der Vorranggebiete durch die Regionalversammlung sei frühestens im Sommer 2016 zu rechnen.

Gründe für diese Verzögerung sind artenschutzrechtliche Belange sowie Aspekte des Schutzes von Bodendenkmälern, die einen Bau von Windenergieanlagen in diesen Gebieten ausschließen. Zudem sind Raumnutzungsanalysen und Umweltverträglichkeitsvorprüfungen erforderlich, was frühestens ab Frühjahr 2016 erfolgen könne und mindestens ein Jahr dauere, so dass frühestens Anfang 2017 alle für eine Antragstellung erforderlichen Unterlagen vorliegen würden. Damit bleibe viel Zeit für Gegengutachten, die den Bürgerinitiativen bereits umfangreich vorliegen und die kontinuierlich fortgeführt werden. Es sei davon auszugehen, dass Klagen gegen jede einzelne Windenergieanlage eingereicht werden könnten. Dieses würde zur Aussetzung der Genehmigung, zum Baustopp und damit zu erheblichen Verzögerungen und Kosten für die Kommunen und Betreiber führen.

Der Kantige Tisch hat daher die Stadtverordneten aufgefordert, keine Steuergelder für eine Projektplanung zu diesem verfrühten Zeitpunkt in den Haushalt 2016 einzustellen, solange die Realisierung mehr als fraglich ist. Die Bürger der Initiativen und damit auch die Wähler, so schrieb Niehaus-Uebel, appellieren an die Verantwortung der kommunalen Vertreter, die Zustimmung zu einer solchen, die Umwelt und die Menschen extrem beeinflussenden Forcierung bisher nicht abschließend geprüfter industrieller Bauwerke im Reinhardswald, intensiv zu überdenken und abzulehnen.

Lesen Sie auch:

- Grebenstein will Gewinn aus Windkraft - Mehrheit für Notlösung

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.