Windparkplaner in der Kritik

Windräder im Reinhardswald: Kritik an Exklusiv-Infos zu Windparks

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Fordern offene Infopolitik der Windparkplaner: Die FWG-Politiker Dr. Bärbel Mlasowsky und Gerhard Niemeyer. 

„Die Planungen zur Umsetzung des Windparks Reinhardswald schreiten voran.“ Das hat die Windpark Reinhardswald Verwaltungsgesellschaft mbH (WPRW) am Montag Kreistagsabgeordneten, Stadtverordneten und Gemeindevertretern in einem Brief mitgeteilt.

Darin werden die Mandatsträger zu vier Informationsabenden eingeladen. Die erste Veranstaltung ist für kommenden Montag 19 Uhr in der Zehntscheune Grebenstein terminiert. Es folgen Trendelburg-Langenthal am Dienstag, Fuldatal am Mittwoch und Immenhausen am Donnerstag. Zu den Infoabenden sind ausschließlich Mandatsträger eingeladen, Presse und Öffentlichkeit sind ausgeschlossen. „Es handelt sich um eine geschlossene Veranstaltung“, weist die WPRW die Eingeladenen ausdrücklich auf die Exklusivität der Abende hin. Um eingelassen zu werden, solle das Einladungsschreiben mitgebracht werden, heißt es in dem Brief weiter.

Informieren will die WPRW laut Einladungsschreiben über den aktuellen Planungsstand, über das anstehende Genehmigungsverfahren und zum Stand der Wirtschaftlichkeit.

Sowohl die Kurzfristigkeit der Einladung als auch das Vorgehen der WPRW stößt bei manchen auf heftige Kritik. „Das ist abenteuerlich, was da abgeht“, sagt die Kreistagsabgeordnete der FWG, Dr. Bärbel Mlasowsky. Es handele sich um eine „gezielte Veranstaltung, um ganz viele Leute nicht zu informieren“. So seien beispielsweise die Bürgermeister anderer ReinhardswaldKommunen nicht eingeladen worden.

Es sei offenbar nicht gewünscht, dass skeptisch gegenüber dem Windpark-Projekt eingestellte Mandatsträger beispielsweise in Grebenstein auftreten, „wo man die Windparks vielleicht nur als Renditeobjekte betrachtet und nicht die Nachteile für die Natur und den Reinhardswald im Auge hat“, sagt der Trendelburger FWG-Fraktionsvorsitzende Gerhard Niemeyer im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenn es der WPRW wirklich „um eine offene und transparente Information gehen würde, dann hätte sie alle zu einer gemeinsamen Veranstaltung einladen können“, sagen Mlasowsky und Niemeyer – „und sie würden vor allem eine Diskussion erlauben“.

Die WPRW sieht selber sieht es anders: „Die von uns angebotenen vier dezentralen Veranstaltungen sind auch im Sinne der Wertschätzung der eherenamtlichen Arbeit der kommunalen Mandatsträger“, erklärt Martin Severin, neben Ralf Paschold und Lars Rotzsche einer der drei Geschäftsführer der Verwaltungs-GmbH. So würden den kommunalen Mandatsträgern längere Fahrzeiten erspart.

Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange hätte sich dagegen auch „über eine gemeinsame und offene Veranstaltung gefreut“. Doch leider sei sein Appell gegenüber der WPRW verhallt.

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