RP: Windräder im Reinhardswald kommen auf jeden Fall

Oberweser/Trendelburg. 15.000 Menschen aus der Region haben zu den geplanten Standorten für Windkraftanlagen Einwendungen und Stellungnahmen formuliert. Diese hat das Regierungspräsidium (RP) Kassel weitgehend gesichtet. Doch an den Plänen, Windräder aufzustellen, wird sich wohl nichts ändern.

So hatten sich Vertreter der Bürgerinitiativen im Reinhardswald zwar mit Verantwortlichen im RP getroffen. Das Ergebnis fällt jedoch aus Sicht der Windkraftkritiker ernüchternd aus: „Wir hatten das Gefühl, die Würfel sind gefallen“, sagt Elke Schulten von Pro Reinhardswald. Vertreter des RP hätten gesagt, dass die Äußerungen der Bürger kaum neue Kenntnisse ergeben hätten. Die Bürgerinitiativen hätten „nicht viel“ erreicht. Solche Äußerungen seien angesichts der zahlreichen Bedenken der Bürger „sehr ungeschickt“, finden die Windkraftkritiker.

Der RP kommentiert dies nicht. Er verweist auf ein Schreiben an die Bürgerinitiativen: Darin heißt es zwar, die vorgetragenen Argumente würden „nicht unberücksichtigt“ bleiben. Dort steht aber auch: Es werde „kein Weg an einer - wenn auch verringerten Ausweisung von VRG WE (Mögliche Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie) im Reinhardswald vorbeiführen“. Die zahlreichen Bodendenkmäler behinderten die Windenergieplanung nicht.

Bodendenkmäler sind beispielsweise spezielle Ackerformen, Hügelgräber und Reste aufgegebener Dörfer im Reinhardswald. Bürgerinitiativen befürchten, dass diese Zeugnisse lokaler Geschichte durch Windräder zerstört werden. Auch das Argument, Windräder könnten dem Tourismus schaden, hält der RP für nicht stichhaltig: Das Landschaftsbild werde nur am Rande beeinträchtigt. Selbst den Wunsch der Bürgerinitiativen, persönlich vor der Regionalversammlung ihre Bedenken vorzutragen, könne man nicht erfüllen.

Von Göran Gehlen

Rubriklistenbild: © dpa

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