Wesertherme: Stadt verzeichnet seit drei Monaten Pachteinnahmen und atmet auf

Bad wirft endlich Geld ab

Bad Karlshafen. Der Name hat gewechselt und der Betreiber auch. Seit 1. Oktober heißt die ehemalige Kristall-Weserberglandtherme nur noch Wesertherme und eine kommunale Gesellschaft ist für den Betrieb verantwortlich. Die Geschäfte laufen gut und der Bürgermeister ist „sehr, sehr zufrieden“.

Fünf Jahre nach Eröffnung des 21 Millionen Euro teuren Thermalbades am Weserstrand hat die Stadt endlich etwas von ihrem Bad, das bis zum 30. September von der bundesweit agierenden Kristall-Bädergruppe und deren früheren Geschäftsführer Heinz Steinhart betrieben worden war. „Nun bekommen wir endlich unsere Pacht und können das Geld für unseren Kapitaldienst einsetzen“, sagt Bürgermeister Ullrich Otto.

Das war in den vergangenen Jahren nicht mehr der Fall. Wegen eines juristischen Dauerstreits hatte Badbetreiber Steinhart zuvor vertraglich vereinbarte Zahlungen zurückbehalten. „Das war eine sowohl geschäftlich als auch emotional und menschlich sehr schwere Zeit“, sagt Ullrich Otto und macht keinen Hehl daraus, dass „wir gelitten haben“.

Der einzige Ausweg aus dieser Situation, die die Stadt an den Rand des Ruins getrieben hatte, war der im Juli vor dem Landgericht Kassel mit Steinhart geschlossene Vergleich. Dieser beinhaltete zwar den schmerzhaften Verzicht auf einen siebenstelligen Betrag, anderseits aber den alleinigen Besitz an der Therme.

„Dass wir das so über die Bühne gebracht haben, war der einzig richtige Weg“, sagt Bürgermeister Otto. Das zeige auch die Bilanz der ersten drei Monate, in der die Therme unter städtischer Eigenregie läuft. „Unsere Erwartungen wurden noch übertroffen“, sagt Rainer Kowald, der neue Geschäftsführer des Bades. So hätten im heute zu Ende gehenden letzten Quartal des Jahres deutlich über 70 000 Gäste die Wesertherme besucht. Allein vergangenen Sonntag suchten 1700 Gäste Entspannung und Wohlbehagen in Bad- und Saunalandschaft.

Die 500 000-Euro-Ausfallbürgschaft, die die Stadt für die eigene Bäderbetriebe Weserbergland GmbH bereitgestellt hatte, musste noch nicht in Anspruch genommen werden. Kowald weist darauf hin, dass die Therme mit ihren (vorsichtig kalkulierten) 250 000 Besuchern im Jahr ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Region ist. Mit ihren 70 Arbeitsplätzen ist das Bad einer der größten Arbeitgeber, als Strom- und Gasbezieher ein Großabnehmer für die Stadtwerke und als Einkäufer eine starke Stütze für Handel und Gewerbe. Zum Tage

Von Gerd Henke

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