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„Wo geht es nach Calden?“ - Autofahrer sind verärgert

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Von: Dorina Binienda-Beer

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Ortslage Calden: Der Durchgangsverkehr rollt weiter. Eine spürbare Entlastung wird erst nach Schließung der alten B 7 an den Brandkurven erwartet.
Ortslage Calden: Der Durchgangsverkehr rollt weiter. Eine spürbare Entlastung wird erst nach Schließung der alten B 7 an den Brandkurven erwartet. © Binienda-Beer, Dorina

Neue Ortsumgehung sorgt für Orientierungsprobleme : Die alte K 47 ist geschlossen und Schilder fehlen - bei Autofahrern sorgt dies für Verärgerung.

Calden/Burguffeln – Wo, bitteschön, geht es denn nach Calden? Seit Eröffnung des nördlichen Teilabschnitts der neuen Ortsumgehung vor knapp vier Wochen kommt es bei Autofahrern zu Verunsicherung oder gar Verärgerung.

Dass die vertraute Straßenverbindung zwischen Burguffeln und Calden (alte K 47) zeitgleich gekappt wurde, ist ein Grund. Eine unzureichende wegweisende Beschilderung trägt zur Verwirrung bei. Vor dem östlichen Ortseingang Burguffeln wies der sogenannte Vorwegweiser noch zu Beginn dieser Woche fälschlicherweise weiterhin den Weg nach Calden.

An mehreren Standorten konnten neue gelbe Tafeln bisher nicht installiert werden, Lieferprobleme nennt die Straßenbaubehörde Hessen Mobil als Ursache. Und wieder woanders empfinden Verkehrsteilnehmer neue Hinweispfeile, etwa mit der alleinigen Beschriftung Höxter, als wenig hilfreich auf der Suche nach dem richtigen Weg in die Nachbarschaft. In dieser Woche gab es zumindest an zwei Stellen Verbesserungen.

Anhaltender Verkehr durch alte K 47 - viele wissen nichts von Schließung

Als kritische Zone hat sich die nun formal dauerhaft geschlossene alte K 47 zwischen Calden und Burguffeln erwiesen. Hier ist die Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten – ausgenommen Linien- und landwirtschaftlicher Verkehr. Allerdings rollte der allgemeine Verkehr unerlaubt weiter. Wiederholt gab es deshalb Kontrollen durch die Polizeistation Hofgeismar, zuletzt in dieser Woche. Immer wieder mussten laut Polizei Ordnungswidrigkeiten festgestellt und geahndet werden.

„Viele wissen noch nichts von der Schließung“, sagt Ingo Pies, Sprecher der Hofgeismarer Dienststelle. Das Verwarngeld beträgt üblicherweise 50 Euro. Einsehen zeigten die Beamten nach seiner Aussage mit Lkw-Fahrern. Für sie besteht beim Anblick des Verkehrszeichens „Durchfahrt verboten“ keinerlei Möglichkeit mehr zu wenden. In beiden Orten sind deshalb in diesen Tagen einige hundert Meter vor Beginn des Durchfahrtsverbots Hinweisschilder aufgestellt worden. Durchfahrende Autos gibt es auch weiterhin, aber in geringerer Zahl.

In Burguffeln werden Vor- und Nachteile der Straßensperrung spürbar: Allmählich mehr Ruhe ja, die Fahrstrecke zum Einkaufen in Calden hat sich allerdings nahezu verdoppelt. Die ehemalige Kreisstraße, die in die Verantwortung der beiden Kommunen Calden und Grebenstein übergegangen ist, soll im kommenden Jahr zurückgebaut werden: auf einen nur 3,50 Meter breiten Wirtschaftsweg.

Ortslage Calden: Autofahrer sind durch fehlende Beschilderung irritiert.
Ortslage Calden: Der Durchgangsverkehr rollt weiter. Eine spürbare Entlastung wird erst nach Schließung der alten B 7 an den Brandkurven erwartet. © Binienda-Beer, Dorina

Eingewöhnung der Verkehrsteilnehmer aufgrund veränderter Verkehrsführung

Für viele bleibt die Streckenführung nach Calden besonders aus Richtung Immenhausen noch unklar. Auf der Hinweistafel vor Burguffeln ist der Ortsname Calden erst in dieser Woche durchgekreuzt worden, Infos gibt es beim Auffahren auf die B 83 nicht. Kritiker bemängeln zudem, dass auf der B 83 (Fahrtrichtung Schäferberg) beim Rechtsabbieger auf die neue K 47 der frisch installierte Hinweispfeil nur Warburg und den Airport Kassel ausweist. In umgekehrter Richtung bereitet die Zufahrt am Flughafen-Kreisel denjenigen Kopfzerbrechen, die hier auf dem Wegweiser nur Kassel lesen – weder Burguffeln, Grebenstein, Immenhausen noch Hofgeismar.

Dass sich bei einer veränderten Verkehrsführung die Verkehrsteilnehmer erst eingewöhnen müssten, das sei nicht ungewöhnlich, sagt Marco Lingemann von Hessen Mobil. Prinzipiell gebe es ein umfangreiches Beschilderungskonzept. Die noch fehlenden Tafeln seien inzwischen in Produktion und könnten voraussichtlich, abhängig von der Witterung, Anfang Februar aufgestellt werden. Die notwendigen Fundamente, so Lingemann, seien fertig.

Durchgangsverkehr rollt weiterhin durch Caldener Ortslage

Von der Sperrung der bisherigen K 47 nach Calden überraschte Lkw-Fahrer waren hier wie auch in Calden zunächst gezwungen, das Durchfahrtsverbot zu ignorieren, weil es keine Wendemöglichkeit mehr gab. Grund sind einige fehlende Schilder, zudem fahren viele noch mit nicht aktualisierten Navigationsgeräten.

Unterdessen rollt der Durchgangsverkehr weiter durch die Caldener Ortslage. Eine nennenswerte Entlastung der Holländischen Straße kann noch nicht festgestellt werden, sagt Bürgermeister Maik Mackewitz auf Anfrage. Das wird sich ändern, wenn die Zufahrt in den Ort über die Brandkurven nicht mehr möglich ist. Sperrung und Baustart zur Fertigstellung der neuen B 7 sollen im kommenden Sommer folgen. Dorina Binienda-Beer

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