1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar

Wohnungsbaugenossenschaft Hofgeismar feierte 75-jähriges Bestehen

Erstellt:

Von: Thomas Thiele

Kommentare

Zuhause für viele: Gewobag-Geschäftsführer Christoph Beutekamp mit der Jubiläumsausgabe der Mitgliederzeitschrift.
Zuhause für viele: Gewobag-Geschäftsführer Christoph Beutekamp mit der Jubiläumsausgabe der Mitgliederzeitschrift. © Thomas Thiele

Die Wohnungsbaugenossenschaft Hofgeismar, kurz Gewobag, feierte am Samstag mit einem Gartenfest für die fast 1300 Genossenschaftsmitglieder ihr 75-jähriges Bestehen. Ohne große offizielle Feier, wie eigentlich geplant, und coronabedingt mit einem Jahr Verspätung.

Hofgeismar – Die Genossenschaft mit dem Leitspruch „gut und sicher wohnen“ sieht sich trotz der vielen Herausforderungen gut aufgestellt, wie Geschäftsführer Christoph Beutekamp im Rückblick auf die vielen bereits umgesetzten Projekte sagt.

Die Coronakrise brachte auch einen Schub, um mit der Digitalisierung voranzukommen, berichtet Beutekamp. Die Verwaltung mit 13 Mitarbeitern wurde nicht nur komplett Homeoffice-fähig gemacht, sondern die gesamte IT wurde überarbeitet, damit sie mit den aktuellen Herausforderungen besser zurecht kommt. Auch den Zensus (Volkszählung) und die Grundsteuermeldungen habe man gut über die Bühne bekommen.

Nach den millionenschweren Großprojekten der vergangenen Jahre (Text unten) konzentriere man sich nun auf den Erhalt und die Modernisierung. Es seien keine Verkäufe und auch keine Neubauprojekte geplant. „Die Gewobag verfolgt eine solide Strategie ohne Experimente“, fasst Beutekamp das zusammen. Gerade in Hofgeismar sei der Bedarf an Wohnraum anhaltend groß, der Leerstand sehr gering

Steigende Energiekosten sind eine Belastung

Kopfschmerzen bereiten aber die steigenden Energiekosten. Seit 20 Jahren schon werden Wärmedämmungen vom Keller bis zum Dachboden eingebaut, man schaffe ein bis zwei Häuser pro Jahr. Wenn jedoch die Handwerkerkosten weiter stiegen, müsse man aber kürzer treten.

Man ist schon seit 2019 dabei, mehr und mehr Gebäude an eine Fernwärmeversorgung anzuschließen. Im vergangenen Jahr wurden 17 Häuser mit 134 Wohnungen und 9000 Quadratmetern Wohnfläche ans Netz der Bioenergie Lempetal angeschlossen und damit auf nachhaltige Energieversorgung umgestellt, wobei der größte Teil der Elektronachtspeicherheizungen ausgetauscht werden konnte. Ein Ausbau des Fernwärmenetzes ist gemeinsam mit der Stadt Hofgeismar in Planung, auch für die Mieter in Grebenstein und Bad Karlshafen suche man nach Möglichkeiten, um vom Gas wegzukommen.

Gewobag gibt Spartipps

Man habe die Gasheizungen optimiert und Empfehlungen an die Mieter herausgegeben, wie Heizenergie eingespart werden kann. Zwar habe man sich den Gaspreis vertraglich länger gesichert und hoffe auf gute Anschlussverträge, doch man müsse auf alles gefasst sein.

Auch beim Strom habe die Gewobag langfristige Verträge, wobei die jedoch nicht so stark in Gewicht fielen, da das nur den gemeinsam genutzten Strom etwa für Treppenhausbeleuchtung, Heizung und Aufzüge betreffe, während die Stromversorgung der einzelnen Wohnungen von jedem Mieter selbst über Einzelverträge abgerechnet werde.

Ein Thema ist für die Gewobag dagegen die Aufrüstung der Gebäude mit Photovoltaikanlagen (PV), um selbst Strom zu erzeugen. Die aktuellen Mieterstrommodelle entsprächen jedoch noch nicht der Praxis, um möglichst günstige Preise für die Mieter zu erzielen. Der Genossenschaftsverband sei in Berlin aktiv, um eine Änderung der Vorschriften zu erreichen: „Wir bleiben dran.“. (Thomas Thiele)

Symbolisch für das Miteinander stehen die Gewobag-Häuser am Hohlen Weg in Hofgeismar. Die alten Gebäude meist aus den 1950er Jahren (links) wurden modernisiert oder durch Neubauten (wie rechts) ersetzt.
Symbolisch für das Miteinander stehen die Gewobag-Häuser am Hohlen Weg in Hofgeismar. Die alten Gebäude meist aus den 1950er Jahren (links) wurden modernisiert oder durch Neubauten (wie rechts) ersetzt. © Thomas Thiele

Auch interessant

Kommentare