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Wolf beißt Kind im Tierpark Sababurg: Leitung betont hohe Sicherheit

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Von: Daria Neu

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Im Umgang mit allen Tieren ist Respekt gefragt: Ein Wolf ist von Grund auf ein scheues Tier, das in der Regel das Weite sucht, wenn Menschen auftauchen.
Im Umgang mit allen Tieren ist Respekt gefragt: Ein Wolf ist von Grund auf ein scheues Tier, das in der Regel das Weite sucht, wenn Menschen auftauchen. © Thomas Thiele

Im Tierpark Sababurg in Hofgeismar (Kreis Kassel) beißt ein Wolf einen Jungen. Jetzt reagieren der Tierparkleiter und eine Tierpflegerin.

Sababurg – Mit großem Bedauern reflektieren Tierparkleiter Uwe Pietsch und Tierpflegerin Sarah Mascher den Vorfall am vergangenen Donnerstag (25. August), der glücklicherweise glimpflich ausgegangen ist.

Nachdem ein elfjähriger Junge von einem Wolf in den Finger gebissen wurde, als dieser mehrmals Stöckchen durch den Zaun gesteckt hatte, habe man telefonisch Kontakt mit der Mutter des Kindes gehabt. „Er ist auf dem Weg der Besserung, muss das Geschehene aber natürlich noch verarbeiten“, erzählt Pietsch.

Er und sein Team sähen beim Tierpark selbst keine Verantwortung für den kleinen Unfall. „Unser Park ist sicher.“ Zum Tierpark-Konzept gehöre es, dass auch Kinder und Jugendliche das große Areal erkunden dürfen. „Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass man nicht durch den Zaun eines Wolfsgeheges fasst.“ Dennoch sei Pietsch bewusst, dass sich Kinder eben wie Kinder verhalten würden und auch eine Betreuerin nicht permanent jede Bewegung verfolgen könne.

Tierpark Sababurg in Hofgeismar: Neue Schilder machen den Umgang mit Wildtieren deutlich

Nun habe man neue Schilder aufgestellt und wollte Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen noch deutlicher machen, worauf es im Umgang mit Wildtieren ankommt. „Zunächst einmal ist es wichtig, auf den vorgesehenen Wegen zu bleiben und den nötigen Abstand zum eingezäunten Gehege zu wahren“, erklärt Pietsch. Wo ein Zaun sei, solle niemand durchgreifen. Der Wolf sei und bleibe ein wildes Tier.

Interessant sei aber: „Mit Wölfen hatten wir noch nie zuvor Probleme“, sagt Mascher. Die Tierart sei von Grund auf sehr scheu. „Wenn wir Pfleger zum Füttern kommen, suchen sie ganz schnell das Weite.“ Am Zaun habe sich das Tier von den Stöckchen womöglich genervt gefühlt und geschnappt. „Wahrscheinlich eher nach dem Stock, nicht direkt nach dem Finger“, vermutet sie.

Tierpark Sababurg in Hofgeismar: Respektvoller Umgang mit den Tieren ist wichtig

Ein respektvoller Umgang sei mit allen Tieren unerlässlich – auch mit denen, die man sogar anfassen und füttern dürfe. Tierpflegerin Mascher erklärt: „Entscheidend ist, dass man sich dem Tier leise und im vorderen Bereich nähert.“ Vorsichtig und behutsam könne man dann die Hand zum Schnuppern hinhalten und schauen, wie beispielsweise die Ziege reagiere. Mascher gibt noch einen weiteren Hinweis: „Wer ein zugängliches Gehege betritt, sollte seine Snacks und Getränke draußen lassen.“ Selbstverständlich seien die Tiere sonst neugierig, was sich in den Taschen und Kinderwagen verstecke.

Ein Patentrezept und eine hundertprozentige Sicherheit, nicht auch mal von der Seite angerempelt zu werden, gebe es nicht. „Dafür sind es eben Tiere.“ Mascher und Pietsch betonen aber gemeinsam: „In 99 Prozent der Fälle geht alles gut. Insgesamt haben wir sehr verantwortungsbewusste Besucher.“

Der Tierparkleiter fasst zusammen: „Bei den Tieren, die nicht in den Streichelgehegen leben, gelten besondere Regeln. Selbst die Tierpfleger fassen diese normalerweise nicht an.“ Teil des Konzepts sei es, dass die Pfleger keine zu enge Bindung zu den Lebewesen aufbauen. „Natürlich kennen sie sich, aber eine natürliche Scheu wollen wir immer beibehalten.“ Denn eines stehe fest: Wildtiere sind eben wild – und das sollen sie auch bleiben. (Daria Neu)

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