Unter dem Baum soll eine Boule-Bahn entstehen

„Das Wunder von Grebenstein“: Halbtote Eiche hat sich erholt

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Spiel, Spaß und Sport: Forstoberamtsrat a. D. Hermann-Joseph Rapp (links), Kunstfotograf Nik Barlo (Mitte) und Eiche-Inhaber Wolfgang Schultz (rechts) wollen einen Boule-Platz an der Grebensteiner Deutschen Eiche anlegen. Barlo simuliert bereits den ersten Wurf.

Grebenstein. Gastronom Wolfgang Schultz (55) hat das Unglaubliche geschafft: Er hat das Traditionshaus „Deutsche Eiche“ in Grebenstein erfolgreich übernommen und auch dem tot geglaubten Baum vor dem Hotel-Restaurant wieder neues Leben eingehaucht. Unter seinen Zweigen soll nun eine Boule-Bahn entstehen.

„Die Deutsche Eiche ist ja seit jeher ein Symbol für Widerstandsfähigkeit, aber die Lebenskraft dieses Exemplars hat sogar mich umgehauen“, erklärte Hermann-Josef Rapp, Forstoberamtsrat a. D. (69). Die Stiel- oder Deutsche Eiche vor dem gleichnamigen Gastronomiebetrieb war vor Jahren bei Bauarbeiten schwer verletzt worden, sei sogar teilweise abgestorben.

Wunsch ging in Erfüllung

Das nahm Kunstfotograf Nik Barlo (61) bereits 2007 zum Anlass, ein Wunschbaumprojekt ins Leben zu rufen. Künstlerin Magna Hildebrand zeigte damals luftbewegte Kunststofftafeln mit eigenen Gedichten. In einem hieß es: „Wünsche in den Wind gehängt, dass das Glück sich drin verfängt“. – „Der Gute-Besserung-Wunsch für die halbtote Eiche hat sich jedenfalls erfüllt. Besser spät als nie“, freute sich Rapp. Er und Eiche-Besitzer Schultz bezeichneten die Wiederbelebung der etwa 80-jährigen Deutschen Eiche sogar als „Wunder von Grebenstein“.

Und es gibt große Pläne für die Zukunft: „Ich möchte für meinen Betrieb noch mehr Tradition, mehr Volkskultur“, berichtete Schultz. – Ein Boule-Platz soll her. „Vor etwa 15 Jahren gab es hier eine Bahn, aber der Standort war ungünstig gewählt“, sagte der pensionierte Forstbeamte Rapp. „Jetzt bekommen wir Dank Herrn Schultz die Möglichkeit, den Sport wieder nach Grebenstein zu holen.“

Boule unter der Eiche

Auch Wolfgang Burghard, Schulleiter der Heinrich-Grupe-Schule, kommentierte den Plan der drei Männer: „Eine Boule-Bahn ist ein Alleinstellungsmerkmal für Grebenstein und somit eine Bereicherung für die Stadt.“ Man habe von der Terrasse aus zudem einen optimalen Blick aufs Spielgeschehen und könne in den Pausen gleich eine Erfrischung bestellen. „Für den Schulsport wäre Boule natürlich auch vorstellbar, spann der Rektor die Idee bereits weiter. Und Rapp spornte zusätzlich an: „Das ist doch mal was. Bereits der antike Mediziner Hippokrates hat ein vergleichbares Spiel mit Steinkugeln empfohlen, weil Bewegung an der frischen Luft gesund ist.“

Ob französischer Traditionssport bald auf deutsche Eichentradition trifft, entscheidet sich im August: „Dann ist klar, ob die Parkplatzverordnung den Bau einer Boule-Übungsbahn zulässt“, sagte Schultz. Barlo jedenfalls scheint überzeugt, denn er wirft bereits die ersten Kugeln in Gedanken über die Bahn.

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