Bundesverband Trauerbegleitung gegründet – Mündenerin Christine Stockstrom ist die Vorsitzende

Ziel: Trauerbegleiter mit Qualität

Bundesverband Trauerbegleitung gegründet: Christine Stockstrom mit den Vorstandsmitgliedern Christian Fleck und Dirk Matzig (es fehlt Detlef Bongartz). Foto: nh

Hann. Münden. Trauerbegleitung in Deutschland zu fördern und zur Trauerbegleitung zu qualifizieren ist das erklärte Ziel des Bundesverbandes Trauerbegleitung. Bei ihrem 14. Treffen hat sich die lose Arbeitsgemeinschaft eine Satzung gegeben und den Verein Bundesverband Trauerbegleitung gegründet, berichtet Christine Stockstrom. Die Mündenerin wurde zur 1. Vorsitzenden des neuen Verbandes gewählt, der damit seinen Sitz in Hann. Münden hat.

Trauer und wie man damit umgeht, ist zum öffentlichen Thema geworden. Trauerbegleiter bieten ihre Hilfe an. Deren Ausbildung jedoch variiere sehr stark, sagt Christine Stockstrom, „das reicht vom Wochenendkurs bis zur eineinhalbjährigen Ausbildung.“

Die Arbeitsgruppe, aus der nun der Verband hervorging, hatte sich mehrere Jahre damit beschäftigt, welche Mindestanforderungen an eine Trauerbegleitung-Ausbildung zu stellen wären. Standards für eine große und eine kleine Ausbildung wurden festgelegt. Diese Standards einzuhalten verpflichten sich alle Mitglieder des Verbandes.

Mitglieder sind 34 Einzelpersonen aus dem gesamten Bundesgebiet, die entweder freiberuflich oder im Auftrag von und in Anbindung an Institute oder Institutionen Qualifizierungen zur Trauerbegleitung als Fortbildungen anbieten.

Erfahrung in Hospizarbeit

Fast alle waren durch die Hospizarbeit zur Trauerarbeit gekommen, sagt Vorsitzende Stockstrom. „Wenn man Sterbende begleitet, hat man auch Kontakt zu deren Angehörigen“, sagt sie. Dabei sei ihnen immer wieder aufgefallen, dass die gängigen Modelle zur Trauerbewältigung oft nicht greifen. Auch die Vorstellung, nach einem Jahr müsse die Trauer abgeschlossen sein, sei falsch. „Wer ein Kind verloren hat, hört nicht nach einem Jahr auf zu trauern.“ Oft werde Trauer wie eine Krankheit betrachtet, die man heilen müsse. Auch dieser Vorstellung widerspricht die Bundesvorsitzende: „Trauer ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen.“

Das Angebot an Trauerbegleitung sei enorm gewachsen – in sehr unterschiedlicher Qualität. Da blicke kaum einer mehr durch. Der Verband will helfen, hier Klarheit zu schaffen.

Nachdem die Arbeitsgruppe diese und andere Problemfelder diskutiert hatte, deren Mitglieder selbst Forschung betrieben und die ausländische Forschung im Blick behielten, reifte der Entschluss heran, Standards aufzustellen. Eine Selbstverpflichtung sei dabei zwar gut, aber mit dem Verband wird das Ganze auf solidere Füße gestellt. Dessen Mitglieder verpflichten sich, die Vorgaben einzuhalten.

In einem ersten Schritt gelte es nun, Mitglieder aus den Reihen derer zu werben, die Ausbildung zur Trauerbegleitung anbieten. Aufnahmeanträge gebe es bereits, die würden geprüft. In einem zweiten Schritt könnten dann auch diejenigen aufgenommen werden, die Trauerbegleitung anbieten. (tns)

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