Akten des Internationalen Suchdienstes nun Weltdokumentenerbe

+
Im Bild von links: Bad Arolsens Bürgermeister Jürgen van der Horst, der Botschafter des Außenministeriums Polen und Vorsitzender des Internationalen Ausschusses für den ITS, Andrzej Misztal, ITS-Direktorin Prof. Rebecca Boehling, Joie Springer vom Unesco Memory of the World-Program und Staatssekretär Mark Weinmeister von der Hessischen Landesregierung vor dem Bürgerhaus in Bad Arolsen. Hier wurde der Unesco-Weltdokumentenerbe-Titel verliehen.

 Bad Arolsen. Die UNESCO hat die Originaldokumente und die Zentrale Namenkartei im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen in das Register des Weltdokumentenerbes „Memory of the World“ aufgenommen.

In einem Festakt im Bad Arolser Bürgerhaus überreichte Joie Springer, UNESCO-Repräsentantin, die Urkunde. „Das Archiv des ITS ist von außergewöhnlicher Bedeutung für die Menschheit, da es zu dem Wissen über die Auswirkungen von Krieg auf die Völker beiträgt.

Von der Aufnahme erhofft sich die UNESCO, dass seine tatsächliche Bedeutung besser bekannt wird bei Forschern und Bildungseinrichtungen“, sagte Joie Springer. Der Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst bezeichnete den Tag der Auszeichnung als bedeutsamen und historischen Tag. Die Stadt Bad Arolsen sei sich der historischen Dimension und der daraus erwachsenden Verpflichtung sehr wohl bewusst. Dabei verpflichte der beispiellose Kulturbruch des NS-Regimes nicht nur zur Trauer und Demut bei dem Gedenken an die Opfer, sondern auch zur Bewahrung dieser Zeugnisse für die nachfolgenden Generationen. In der bestehenden Gebäudestruktur des ITS werde das allerdings nicht länger möglich sein. Deshalb begrüße er die Überlegungen der Bundesrepublik Deutschland, die Gebäudefrage am Standort in Bad Arolsen nun konstruktiv zu lösen.

„Die Wunden, die die nationalsozialistische Verfolgung gerissen hat, wirken bis heute nach. Daher sind der Schutz der Dokumente und die Wahrung der Erinnerung ein wichtiger Auftrag“, sagte ITS-Direktorin Professor Rebecca Boehling. Auch sie machte die Notwendigkeit eines neuen Archivgebäudes deutlich. Seit 1992 fördert das UNESCO-Programm „Memory of the World“ den Erhalt und den Zugang zu Dokumenten der Kultur- und Geistesgeschichte der Menschheit.

Der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen ist ein Zentrum für Dokumentation,Information und Forschung über die nationalsozialistische Verfolgung. Das Archiv umfasst etwa 30 Millionen Dokumente zur Inhaftierung in Konzentrationslagern, Ghettos und Gestapo-Gefängnissen, über die Zwangsarbeit und zu Displaced Persons. Die Zentrale Namenkartei mit über 50 Millionen Hinweiskarten zum Schicksal von 17,5 Millionen Menschen wurde vom ITS im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut und bildet ein wichtiges Hilfsmittel bei der Recherche nach Einzelschicksalen. Im Jahr 2007 wurde das Archiv für Forschung und Bildung geöffnet. (mow)

Akten des Internationalen Suchdienstes nun Weltdokumentenerbe

 © Wüllner
 © Wüllner
 © Wüllner
 © Wüllner
 © Wüllner
 © Wüllner
 © Wüllner
 © Wüllner
 © Wüllner
 © Heike Saure
 © Heike Saure
 © Heike Saure
 © Heike Saure
 © Heike Saure
 © Heike Saure
 © Heike Saure
 © Heike Saure
 © Heike Saure

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.