WM 2006: Vereine im Kreis Waldeck-Frankenberg gehen auf Distanz zum DFB

Unter Druck: Franz Beckenbauer soll an einem möglichen Stimmenkauf für die WM-Vergabe 2006 beteiligt gewesen sein. Archivfoto:  dpa

Waldeck-Frankenberg. Die Ungereimtheiten um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland beschäftigen auch die Ehrenamtlichen in den Fußballkreisen Waldeck und Frankenberg.

„Die Stimmung an der Basis ist gegenüber der Fifa und dem DFB derzeit sicherlich nicht prickelnd", sagt Waldecks Kreisfußballwart Peter Bauschmann.

Er glaubt aber nicht an negative Folgen für seinen Beritt: „Die Menschen können schon zwischen der Arbeit in den großen Verbänden und dem reinen Amateurfußball unterscheiden - und das beruhigt mich sehr.“

„Den großen Schaden hat jetzt der DFB. Es ist schon schlimm, was da an die Öffentlichkeit kommt“, sagt auch Hans-Werner Schneider, stellvertretender Kreisfußballwart in Frankenberg. Er persönlich wolle sich bei dem Thema bedeckt halten, verweist aber darauf, dass das meiste ja schon verjährt sei und offensichtlich auch niemand zu Schaden gekommen sei.

Innerhalb der Mannschaften an der Basis nimmt das Thema nicht viel Raum ein, bestätigt zum Beispiel Christoph Keindl, Kapitän des Verbandsligisten SC Willingen. Es scheint ein Indiz dafür zu sein, wie weit die höchsten Vertreter des deutschen Fußballs offensichtlich entrückt sind. „Sie müssen eigentlich gewährleisten, dass es um den Sport geht, aber es geht nur um Kohle und Macht“, bemängelt Norbert Henkler, Vorsitzender von Gruppenligist SSG Ense/Nordenbeck, das fehlende Schamgefühl. „Die Funktionäre machen alles kaputt.“

Nicht kaputt machen lassen wollen sich alle die eigenen Erinnerungen an die WM 2006. „Ich sehe es immer noch als gelungene Veranstaltung“, sagt Kreisjugendfußballwart Joachim Schmolt über die „geniale Atmosphäre“ damals. „Die WM ist ja immerhin auf dem grünen Rasen entschieden worden“, ergänzt Peter Bauschmann, insofern gebe es zumindest am sportlichen Ausgang nichts zu kritisieren.

Was andere heimische Fußball-Funktionäre zu dem Thema sagen, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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