Angedrohter Moschee-Anschlag in Korbach: Haftstrafe auf Bewährung

Korbach. Weil er durch die Androhung einer schwerwiegenden Straftat  – in diesem Fall einem möglichen Brandanschlag auf die türkisch-islamische Moschee in Korbach – den öffentlichen Frieden gestört hatte, wurde ein 31-Jähriger vor dem Korbacher Amtsgericht zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt.

Im Juli hatte der Mann unter Alkoholeinfluss vor der Tür der Moschee eine Spiritusflasche in Brand gesetzt. Schaden war dadurch nicht entstanden, jedoch waren erhebliche Unruhe und Angst in der türkisch-islamischen Gemeinde ausgelöst worden. Das sei auch das Ziel des Angeklagten gewesen, der kurze Zeit vor dem Vorfall Kontakt zur Kasseler Neo-Nazi-Organisation „Sturm 18“ aufgenommen hatte, stellte Richter Wolfgang Damm klar.

Einig waren sich Richter und Staatswanwaltschaft, dass der Angeklagte nicht vorhatte, die Moschee tatsächlich in Brand zu stecken. Dazu seien die angewendeten Mittel unzureichend gewesen. Trotzdem müsse ihm mit der Strafe deutlich gemacht werden, dass es sich bei seiner Tat, auch wenn er sie unter Alkoholeinfluss und im Frust aufgrund der Trennung von seiner Lebensgefährtin ausübte, keineswegs um eine Lappalie gehandelt habe.

Von der rechten Szene habe er sich distanziert, versuchte der Angeklagte das Gericht zu überzeugen. Sein äußeres Erscheinungsbild ließ daran Zweifel aufkommen. Deshalb erteilte Richter Damm neben einer Arbeitsverpflichtung von 100 Stunden eine weitere klare Auflage: Er habe sich künftig von der rechten Szene strikt fernzuhalten. Tue der das nicht, sei „die Bewährung in Gefahr“. (eds)

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