Bad Arolsen: Historicum 20 – Forum Zeitgeschichte eröffnet

Das ehemalige Stabsgebäude der belgischen Kaserne erfährt dank des Vereins Historicum 20 musealen Charakter, der die Bad Arolser Museumslandschaft ergänzt. Der Eingangsraum (Foto) ist dem Internationalen Suchdienst gewidmet. Foto: Saure

Bad Arolsen. Das Gebäude in der Dr.-Georg-Grosscurth-Straße hat schon immer eine besondere Rolle in Bad Arolsen gespielt. Sei es als Schule, KZ-Außenstelle oder als Stabsgebäude der belgischen Garnison in Bad Arolsen. Seine neue Bestimmung ist nicht weniger außergewöhnlich.

Das Historicum 20 – Forum Zeitgeschichte, das die Bad Arolser Geschichte von 1867 bis 1994 in fünf Kapiteln aufarbeitet, hat hier seine Heimat gefunden.

Das Gebäude, durch das einst fröhliches Kinderlachen ebenso klang wie strenge Befehle, ist am Eröffnungstag verstummt. Doch nicht etwa, weil die Räume, Zellen und Flure nichts mehr zu erzählen hätten – viel mehr geht das ehrfürchtige Schweigen von den Besuchern aus, die im Historicum 20 – Forum Zeitgeschichte viel zu bestaunen, zu lesen und zu entdecken haben – und sich eben auch in Stille erinnern können.

Das Historicum 20 ist ein Paradebeispiel dafür, was bewirkt werden kann, wenn Haupt- und Ehrenamt in vorbildlicher Weise zusammen arbeiten und sich ergänzen. Dies ist für Dr. Ulrike Adamek vom Hessischen Museumsverband ein Garant dafür, dass sich das Historicum 20, wie schon viele Bad Arolser Beispiele vorher, ganz oben auf der Messskala einpendelt. Ein Garant für die gelungene Ausführung sei mit Sicherheit aber auch die hohe fachliche Kompetenz der so genannten Ehrenamtlichen, bei denen Dr. Bernd Joachim Zimmer für das inhaltlich-pädagogische Konzept und Dr. Birgit Kümmel für das museumspädagogische Konzept stehen. Vorstandsmitglied Udo Jost stellt als Archivleiter des Suchdienstes die Verbindung des ITS dar und Jens Freitag zeichnet für die Gestaltung und Ausstellungsarchitektur verantwortlich. Eingebettet zwischen Diskothek, Facharzt und Arbeitsagentur, ist den Verantwortlichen um den Vorsitzenden des Vereins Dr. Bernd Joachim Zimmer ein Raum gelungen, in dem ein spezielles Kapitel der Arolser Geschichte aufgeschlagen wird, das genau an Ort und Stelle passt.

Persönliche Schicksale werden auf einfühlsame Weise in den geschichtlichen Kontext verwoben. Bad Arolser Persönlichkeiten wie Christine Brückner haben ebenso ihren Platz gefunden wie das Fürstenhaus und der Internationale Suchdienst, die die Geschichte und das Gesicht der Stadt in der jüngeren Vergangenheit entscheidend mitgeprägt hat.

Wann die Dauerausstellung für die Öffentlichkeit geöffnet werden soll, steht noch nicht fest. Ein Konzept für Öffnungszeiten und Führungen muss jetzt noch erarbeitet werden. (zhs)

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