Bachelor-Arbeit über engagierte Menschen

Was motiviert zum Ehrenamt? Die Arbeit unter diesem Titel stellten Andre Gutmann (Mitte), Bürgermeister Uwe Steuber (links) und Dozent Karl-Friedrich Emde vor. Foto: Rösner

Lichtenfels. Mehr Menschen als im Landesdurchschnitt engagieren sich ehrenamtlich in Lichtenfels. Künftig werden es wegen des Bevölkerungsrückgangs aber weniger.

Das sind Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit, die Andre Gutmann für seinen Bachelor-Abschluss an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Kassel geschrieben hat. Dabei ging es vor allem um die Frage, was Menschen motiviert, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Der 27-jährige Mitarbeiter der Stadt Lichtenfels, der das Hauptamt und Ordnungsamt leitet, begann vor drei Jahren mit dieser Arbeit und hat sie nun fertiggestellt. Er hat damit eine Grundlage für die Stadt geschaffen, die sich noch mehr für Ehrenamtliche einsetzen möchte. Nicht finanziell, betont Bürgermeister Uwe Steuber, denn das könne sich die Stadt nicht leisten. Aber zum Beispiel mit Wissen über Fördermöglichkeiten und einer Vernetzung der Vereine. Denn daran mangelt es nach Einschätzung von Andre Gutmann erheblich.

Gutmann spielt Fußball und Tischtennis in Sportvereinen, und er ist Mitglied im Heimatverein Massenhausen. Er habe somit persönlich und dienstlich Interesse an dem Thema Ehrenamt. „Wenn es keine Vereine mehr gäbe, könnten wir das Buch zumachen“, sagte er am Montag im Rathaus in Goddelsheim, als er seine Arbeit vorstellte. Er hat 150 Fragebögen ausgewertet, die Lichtenfelser Jugendliche und Erwachsene ausgefüllt hatten. Einige Ergebnisse im Überblick:

Die Ehrenamtlichen

80 Prozent der Befragten gaben an, sich ehrenamtlich zu engagieren. Mehr Männer als Frauen engagieren sich demzufolge. Dazu zählt Gutmann auch diejenigen, die Mitglied in einem Verein sind, ohne einen Vorstandsposten inne zu haben. Die Menschen im Alter zwischen 56 und 65 sind am aktivsten. Der größte Teil (41 Prozent) ist im Bereich Sport aktiv.

Motivation

Spaß ist für die meisten der wichtigste Anreiz, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Einsatz für die Gesellschaft und der Kontakt zu anderen seien auch ausschlaggebend. Menschen direkt anzusprechen oder sie über Projekte und Feste in die Organisation einzubinden, ist für Vereine die beste Chance, neue Mitglieder zu bekommen.

Dank und Anerkennung

Gutmann zweifelt den Nutzen von finanzieller Förderung und Anerkennung für Ehrenamtliche an. „Materielles ist nicht erforderlich“, sagt er. „Danke sagen bringt oft mehr.“

Fördergeld für Vereine

Für Andre Gutmann war ebenso wie für Bürgermeister Steuber erstaunlich, dass viele Befragte angaben, nicht zu wissen, ob ihr Verein finanziell gefördert werde. „Es gibt Fördergeld, man muss nur wissen, wie und wo man es beantragt“, sagte Steuber.

Fachbereich Ehrenamt

Laut Andre Gutmann ist es wichtig, dass die Stadt das Ehrenamt wertschätzt. Er empfiehlt der Stadt Lichtenfels, in Zusammenarbeit mit anderen Kommunen einen Fachbereich Ehrenamt mit geschultem Personal einzurichten, der Vereine vernetzt, Wissen bündelt und Anlaufstelle für Ehrenamtliche ist. Uwe Steuber kündigte an, dies im Kommunalen Serviceverbund Eisenberg vorzuschlagen.

Von Stefanie Rösner

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