Grundstücke in Städten werden rar – Umsätze auf Höchstwert

Bauplätze in Waldeck-Frankenberg: Die Nachfrage in den Dörfern steigt

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Baugebiet „Am Sängerling“ in Dorfitter: Für Häuslebauer werden Bauplätze in den eher ländlich geprägten Gemeinden und Dörfern in Waldeck-Frankenberg immer attraktiver.

Waldeck-Frankenberg. Dörfer, die in Waldeck-Frankenberg eine intakte und lebendige Infrastruktur haben, werden für potenzielle Eigenheimbesitzer immer attraktiver. Das lässt sich aus den Zahlen des aktuellen Immobilienmarktberichtes herleiten.

„Auch wenn in den Mittelzentren Korbach, Bad Arolsen, Frankenberg und Bad Wildungen die Nachfrage nach Bauplätzen nach wie vor hoch ist, verzeichnen wir gerade in den mittleren Bodenrichtwert-Niveaus, die zwischen 36 und 65 Euro liegen, die größten Anstiege bei den Grundstücksverkäufen“, sagt Joachim Oellrich vom Amt für Bodenmanagement. 

Selbst in noch stärker ländlich geprägten Regionen, wo die Bodenwerte bis zu 35 Euro pro Quadratmeter liegen, gibt es laut Oellrich spürbare Steigerungen bei der Zahl der abgeschlossenen Grundstückskaufverträge. 

Zu den Kommunen mit unteren und mittleren Bodenrichtwerten gehört beispielsweise die Großgemeinde Vöhl. „Kleine und mittlere Kommunen sowie Dörfer sind bestrebt, Leute aufs Land zu bekommen. Zudem sind die Bauzinsen niedrig. Das führt dazu, dass sich aktuell immer mehr Menschen ihren Traum vom Eigenheim erfüllen“, so Oellrich. 

Laut Landrat Dr. Reinhard Kubat kommt auch noch hinzu, dass das Angebot an Bauplätzen in Mittelzentren fast erschöpft ist. „Dort werden händeringend Grundstücke gesucht. Es gibt allerdings nichts“, sagt er. In Waldeck-Frankenberg wurden 2016 knapp 230 Millionen Euro bei Immobilien- und Grundstücksverkäufen umgesetzt – ein Spitzenwert. 

Zum Vergleich: 2015 waren es 192 Millionen Euro. „Es gab daher einen Anstieg um 20 Prozent“, sagt Oellrich. Auffällig sei dabei vor allem der Anstieg bei den Verkäufen im Bereich der bebauten Grundstücke. Dazu gehören Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihen- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbeobjekte.

Hintergrund

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut hatte kürzlich für die Postbank eine Studie erarbeitet und unter anderem prognostiziert, dass Immobilien in Waldeck-Frankenberg bis 2030 spürbar an Wert verlieren (wir berichteten). Dazu sagt Landrat Kubat: „Es werden für den Immobilienmarkt in ländlichen Regionen oft düstere Szenarien skizziert. Das lässt sich anhand des Immobilienmarktberichtes für Waldeck-Frankenberg deutlich relativieren.“ Karl-Hermann Frese vom Amt für Bodenmanagement sagte, dass der Immobilienmarktbericht nicht auf Prognosen, sondern auf Fakten basiere – unter anderem auf anonymisierten Auswertungen von Kaufverträgen. 

Was sonst noch aus den Zahlen, Daten und Fakten des Immobilienmarktberichtes herzuleiten ist, lesen Sie in der gedruckten WLZ am Samstag, 3. Juni 

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