Über Hintergründe des Kupferbergbaus im Ittertal berichtete Volker König

Großes Interesse: Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen dankte Volker König (rechts) für seine Hilfe bei der Sonderausstellung. Die positive Resonanz habe ihn sehr überrascht. Foto: Völker

Korbach/Thalitter. Dass „Gott seinen reichsten Segen“ mit dem Bergbau hat „in dich Itter wollen legen“, wie es später auf einem Ausbeutetaler hieß, bezweifelte die Bevölkerung anfangs doch sehr.

Volker König vom Geschichtsverein Itter-Hessenstein schilderte besonders die sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Hintergründe des Kupferbergbaus im Ittertal von 1710 bis 1868, als er in einer Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung des Wolfgang-Bonhage-Museums vor etwa 80 montangeschichtlich interessierten Besuchern aus Waldeck-Frankenberg sprach. „Das entstehende Bergwerk griff vor 300 Jahren in alle Lebensbereiche der im Ittertal lebenden, agrarisch geprägten Menschen ein“, berichtete König. Ihre Ländereien wurden in Mitleidenschaft gezogen, mit den „Fremden“ zog auch neues Gedankengut ein, und die zur bestehenden Meierei gehörenden Pachtgrundstücke wurden plötzlich auch wieder strenger durch den Oberberginspektor Ludwig Balthasar Müller kontrolliert und verwaltet. Widerstand habe es unter anderem gegen den Neubau der Kupferschmelzhütte (heute Gärtnerei Weber in Thalitter) gegeben.

Die Zahl der im Kupferbergbau in Thalitter arbeitenden Bergleute wuchs ständig an: 1712 gehörten zur Knappschaft 52 Männer, 1729 zählte man 135 und im Jahr 1779 waren 200 Mitarbeiter beim Bergwerk beschäftigt, wie König berichtete. Für ihre Familien wurde an Stelle der alten Kapelle 1714 eine neue Bergkirche geschaffen, dicht daneben eine Schule und ein Pfarrhaus. Ab 1718 gab es eine eigene Bergordnung.

Volker König, der im Ittertal aufgewachsen ist, zeigte bei seinem Vortrag mit einer Fülle von Bildern und Exponaten, die teilweise auch als Originale bis zum 24. Oktober in der Sonderausstellung des Bonhage-Museums zu sehen sind, wie viele Spuren heute noch vom Kupferbergbaus künden. Er betonte dabei, dass das große Gutshaus nicht von der Kleudelburg bei Battenberg ins Ittertal versetzt, sondern nach neueren dentrochronologischen Untersuchungen bereits 1679 mit Holz aus jener Zeit gebaut worden sei.

Die Funktion der damals leitenden Bergbeamten wie Philipp Franz Forstmeister und Ludwig Balthasar Müller beleuchtete der Lokalhistoriker besonders eindrucksvoll. Sie waren in Hessen-Darmstadt weit über Itter hinaus für den Bergbau verantwortlich und betreuten auch die Montanwirtschaft im Hinterland. (zve)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.